Kategorien
Betriebssysteme Content Management Systeme Webdesign Wunschthema

Eine lokale Entwicklungsumgebung mit Drupal VM

Wer Websites betreibt, benötigt lokale Entwicklungsumgebungen und Testsysteme. Wenn etwas auf der produktiven Website geändert oder komplett neu erstellt werden soll, ist es wichtig, die Änderungen in einer lokalen Testumgebung zu erstellen und auszuprobieren. Um den Umgang mit Software, wie beispielsweise einem Content Management System zu lernen, ist eine lokale Installation ebenfalls sehr zu empfehlen. Nun läuft die meiste Software als Serveranwendung unter dem Betriebssystem Linux, die lokalen Rechner nutzen aber überwiegend Microsoft Windows und Apple macOS. Einen separaten Linux Rechner haben eher wenige Nutzer. Mit der Software VirtualBox, die für alle gängigen Betriebssysteme zur Verfügung steht, lässt sich eine Linux Umgebung auf Windows und MacOS Rechnern einrichten. Virtualbox kann aber nicht nur eine, sondern mehrere virtuelle Umgebungen zu Verfügung stellen. Diese „virtuellen Boxen“ können bei Bedarf gestartet und genutzt werden. Natürlich lassen sich auch Windows und macOS in einer virtuellen Machine starten, meisten wird aber doch ein Linux benötigt. Da so ein Linux natürlich auch innerhalb der virtuellen Box konfiguriert werden muss, entstand eine Software, die virtuelle Maschinen verwaltet. Die heisst Vagrant. Mit Vagrant lassen sich virtuelle Maschine automatisiert bis ins kleinste Detail konfigurierbar einrichten. Ein besonders gelungenes Beispiel einer solchen virtuellen Umgebung ist die Drupal VM von Jeff Geerling.

Kategorien
API Betriebssysteme Blockchain Content Management Systeme Infrastruktur Services

Wie ist das eigentlich mit der Digitalisierung im Jahr 2019?

Digitalisierung ist seit Jahrzehnten in aller Munde. Es geht dabei um die Umwandlung von etwas Analogem wie einer Schallplatte in etwas Digitales, beispielsweise eine MP3 Datei oder das Negativ eines Fotos in eine Bild Datei. Das klingt normal und die meisten Menschen denken überhaupt nicht mehr darüber nach.
Aber warum will man etwas digitalisieren?
Wenn Töne und Bilder erstmal digital verfügbar sind, so kann man sie besser archivieren, durchsuchen, verteilen, bearbeiten und natürlich auch ohne Qualitätsverlust kopieren. Den Prozess der Digitalisierung gibt es schon länger. Anfang des 19. Jahrhunderts wurden Muster in Webstühlen digitalisiert. Die Braille Schrift wurde 1829 erfunden, Morsezeichen 1837.
Seit etwa 50 Jahren können Daten als Ergebnis der Digitalisierung auf „praktischen“ Datenträgern gespeichert werden. Durch diese Art der Speicherung werden die Daten bei Bedarf geladen und elektronisch verarbeitet. Die Elektronische Datenverarbeitung (EDV) bestimmt daher immer mehr Bereiche des Lebens.

Vor ein paar Tagen tweetete Benjamin Grossing:

Kategorien
Allgemein Betriebssysteme Cloud Content Management Systeme Datenbanken E-Commerce Editoren Frameworks Groupware Infrastruktur Open-Xchange OX Performance Security Services Shared Hosting Site Builder Tools Verschlüsselung Webdesign Webserver

Was umfasst eigentlich ein Shared Hosting?

Wir versuchen die Features unserer Services kurz und prägnant zu erklären, beispielsweise mit Einheiten wie Gigabyte. Leider ist ein Gigabyte eine sehr abstrakte Grösse. Ich selbst habe, ehrlich gesagt, keine wirkliche Vorstellung von einem Gigabyte. Ich weiss, dass ein Gigabyte etwa einer Milliarde Zeichen entspricht. Aber was bedeutet eine Milliarde?

Nimm einen Würfel mit Kantenlänge von einem Meter. Teile ihn dir im Kopf in kleine Würfel von einem Millimeter Kantenlänge. In jeden dieser kleinen Würfel passt nun die Kugel aus der Spitze eines Kugelschreibers (oder ein Zeichen). In den Würfel passen 1000 (Breite) mal 1000 (Länge) mal 1000 (Höhe) Kugeln – eine Milliarde! Die würden dann etwa 4 Tonnen wiegen. Unser kleinstes Hosting Angebot (Standard) hat 10 Gigabyte Webspace, was 10,000,000,000 Kugeln mit einem Gewicht von 40 Tonnen entspräche. Das grösste Paket (Speed) bietet 200 Gigabyte oder 200,000,000,000 Kugeln, die dann 800 Tonnen wiegen würden. Man bräuchte 32 LKW um die Kugeln zu transportieren.
Der Vergleich ist zwar beeindruckend, hilft mir allerdings auch nicht wirklich weiter. Ich bemerke die Einheit Gigabyte, wenn mir mein Telefon eine Nachricht anzeigt, aus der hervorgeht, dass bald kein Platz mehr zur Verfügung steht und ich keine Fotos mehr speichern kann. Gigabytes sind auch relevant beim Internet auf dem Telefon. Nach einer gewissen Menge Traffic überträgt es keine Daten mehr oder nur noch sehr langsam. Der Traffic in unseren Webhostings ist übrigens unlimitiert. Das heisst, beliebig viele Menschen können auf deine Website zugreifen. Beliebig viele Menschen! Also mehr als eine Milliarde.

Worauf ich hinaus will ist die Vielfalt, die so ein Webhosting heutzutage bietet. War vielleicht früher die reine Menge an Speicherplatz interessant, so sind es heute eher andere Fragen. Wie kompliziert oder wie einfach kann ich Software installieren und vor allem welche? Wer hilft mir, wenn ich nicht weiterkomme?

Und deswegen schreibe ich in diesem Artikel mal alles zusammen, was ich in den letzten 3 Jahren, die ich dieses Blog schreibe, so an Features in unserem mittleren Webhosting Paket (Premium) bemerkt habe. Ich vermute mal, dass es noch viel mehr Features gibt, die ich dann demnächst entdecken werde.

Kategorien
Betriebssysteme

Apple macOS Sierra Version 10.12

Ein Artikel über ein Apple Betriebssystem?
Ich versuche es mal 😉
Letzte Woche gab es Betriebssystem Updates bei Apple. Da es in unserem Haushalt mehrere Geräte gibt (Telefone, Laptops) gibt es im Fall eines Update immer etwas zu tun. Meistens merke ich keine großen Unterschiede nach der Installation des Updates, aber ich lese immer von unzähligen neuen Features. Bei näherem Hinsehen sind das dann Änderungen oder Erweiterungen, die ich oft nicht benötige oder die Anwendungsfälle betreffen, die ich nicht habe. Bei diesem Update sind mir ein paar Veränderungen positiv aufgefallen. Daher möchte ich es diese Woche mal mit einem recht persönlichen Apple „Fanboy“ Artikel versuchen.

Warum benutze ich Apple Produkte?

Zunächst stellt sich natürlich die Frage, warum ich überhaupt Apple Produkte benutze, wenn ich doch über Open Source Software schreibe. Die Antwort ist ziemlich pragmatisch. Bevor ich zum „Apple User“ wurde, hatte ich meistens Laptops mit einer parallelen Linux und Windows Installation (vor etwa 10 Jahren). Wenn ich allerdings meinen Laptop schnell mal zu- und dann wieder aufklappte, ging meistens irgendwas nicht, beispielsweise das WLAN. Bei den Apple Nutzern, die ich sah, schien das zu funktionieren. Ich probierte beim nächsten anstehenden Laptop Kauf also mal ein MacBook aus und bin seither bei Apple geblieben. Ich kaufe meistens die absoluten Standardmodelle, weil ich keine großen Ansprüche an Speicher und Geschwindigkeit habe. Das Backup mit der Time Machine funktioniert hervorragend, die Integration mit der Stereoanlage und Airplay auch. Linux läuft auf dem NOVATREND Server und bei mir lokal in virtuellen Maschinen und ich bin mit der Kombination zufrieden. Sogar der Wiederverkaufswert der Geräte nach mehr als 3 Jahren ist gut.

Bei Telefonen war es ähnlich. Erst hatte ich kein Telefon, dann eins mit Android, dann die Nexus Geräte von Google mit Cyanogen und seit einem Jahr ein iPhone. Vor dem Wechsel hatte ich mit dem Fairphone geliebäugelt. Seit einem Jahr kann ich nun auch überall im Haus die Musik auswählen und die Lautstärke regeln 🙂 (Ich hatte natürlich auch so eine AirPlay App auf dem Android Telefon aber so richtig hat das nie funktioniert). Einen Fernseher haben wir nicht, also auch kein Apple TV und auch eine Apple Watch ist nicht geplant (so gar nicht 😉 ).

Momentan überlege ich mit dem Laptop wieder zu Linux (Ubuntu) zu wechseln und tatsächlich ein Fairphone zu kaufen. Beste Voraussetzungen also um einen macOS Sierra Fanboy Artikel zu schreiben 🙂

macOS Sierra

Der kostenlose Download war bei mir gute 4GB groß und da es in unserem Haushalt drei Mac OS X Geräte gibt und die Internetverbindung manchmal recht langsam ist, dauerte es ein wenig, bis alles heruntergeladen und installiert war. Die auffälligste Neuerung ist zunächst mal der Name. Das Produkt heißt nicht mehr Mac OS X sondern macOS Sierra (Version 10.12). Der Grund ist einfach eine Vereinheitlichung der Plattformen bei Apple, iOS, watchOS, tvOS und nun halt auch macOS.

About This Mac
About This Mac

Speicherspielchen

Nach der Installation des Updates fiel mir auf, dass ich plötzlich mehr Festplattenplatz zur Verfügung hatte. Ich weiß nicht mehr genau, wie viel vorher frei war, aber es waren immer so um die 15-20GB freier Plattenplatz. Nach dem Update waren es jedenfalls 36,97 GB – gut!

macOS Sierra - Storage
macOS Sierra – Storage

Danach entdeckte ich, dass ich den Speicherplatz jetzt auch verwalten kann – nochmal gut!

Manage Storage
Manage Storage

Dazu muss ich anmerken, dass Apple natürlich daran interessiert ist, iCloud Storage zu verkaufen und daher als erste Option zur Optimierung anbietet, den Dokumenten – und den Desktop Ordner, sowie alle Fotos in die iCloud zu verlegen. Wenn kein Platz mehr auf dem lokalen Rechner ist, werden Dateien automatisiert gelöscht und bei Bedarf neu geladen. Das scheint auch hervorragend zu funktionieren, kostet aber natürlich Geld und wird pro Monat abgerechnet (5 GB sind kostenlos). Ich nutze diese Funktion nicht, da ich sie nicht wirklich brauche.

Aber die Speicherverwaltung gefällt mir gut, weil es jetzt einfacher ist, die Festplatte aufzuräumen. Außerdem kann man den Papierkorb so einstellen, dass Dateien nach 30 Tagen im Papierkorb gelöscht werden – gut!

Wo wir gerade beim Speichern sind. Wenn bei Notebook und Telefon Bluetooth eingeschaltet sind, kann man per Zwischenablage Dateien und Texte austauschen. Also beispielsweise einen Screenshot vom Telefon mal eben auf dem Laptop einfügen und anders herum. Das Ganze funktioniert erstaunlich gut.

Copy und Paste
Copy und Paste

Hier als Beispiel ein Screenshot meiner Kommandozeile auf dem iPhone, die gerade mit einem Raspberry Pi Computer verbunden ist (Das iPhone als Kommandozeile/Terminal funktioniert übrigens sehr gut).

Screenshot vom iPhone per Zwischenablage
Screenshot vom iPhone per Zwischenablage

Nur um den Screenshot hier in unser WordPress Blog System zu bekommen, muss ich ihn noch auf dem Computer abspeichern und dann auf den Server hochladen.
Feature Request: Es wäre gut, wenn WordPress per Zwischenablage „befüllt“ werden könnte :).

Bei der Gelegenheit habe ich übrigens einen Import von Fotos auf dem Telefon entdeckt ohne iTunes und ohne iCloud (Das gibt es bestimmt schon länger 🙂 ) – gut!

Import vom iPhone
Import vom iPhone

Picture in Picture Videos

Ich habe das mal zufällig auf dem Telefon entdeckt als ich ein Video auf YouTube angesehen habe. Man kann das Video, dass man gerade guckt nach unten ziehen. Dann wird es etwas kleiner, läuft aber weiter und man kann dann weiter auf YouTube nach anderen Videos suchen. So eine ähnliche Funktion gibt es nun auch in macOS Sierra im Safari Browser. Wenn du in einem Video Player auf einer Website das Picture in Picture Zeichen siehst …

Picture in Picture
Picture in Picture

… dann kannst du das Video „herausziehen“ und in eine Ecke am Bildschirm positionieren. So sieht das dann etwa aus:

Picture in Picture
Picture in Picture

Wenn du das Zeichen nicht siehst (beispielsweise bei YouTube), dann musst du zweimal rechts klicken. Nachdem ich verstanden habe, wie es geht, finde ich dieses Feature wirklich gut! Du kannst dir ein laufendes Video gewissermaßen in eine Ecke kleben, das Browserfenster minimieren und weiterarbeiten (wenn es mal eine nicht so komplizierte Arbeit ist). Hier ist das Video zum selbst ausprobieren:

Dateisystem AFPS

Apple führt mit macOS Sierra ein neues Dateisystem ein. Es heisst AFPS (Apple File System) und löst das fast 30 Jahre alte System HFS (Mac OS Extended) ab. Es wird von allen Apple Plattformen unterstützt (macOS, iOS, tvOS, watchOS). Ausser vielen anderen neuen Features (SSD optimiert, 64 bit, Snapshots, Clones, native Verschlüsselung) ist das Dateisystem AFPS ausschließlich Case Sensitive. HalloWelt.html und hallowelt.html sind also zwei Dateien. Das gab es auch schon vorher, aber nur, wenn man es explizit so eingestellt hat (Mac OS Extended (Journaled, Groß-/Kleinschreibung)).

Hinweis: Das Update auf macOS Sierra lässt auf deiner Platte alles beim Alten, die Platte wird also nicht umformatiert. So nach und nach will Apple APFS allerdings als Standard einführen und der Übergang ist 2017 geplant. 

Weitere Features

Die Spracherkennung Siri gibt es jetzt auch unter macOS Sierra, Apple Pay kann im Safari Browser genutzt werden, Benutzer einer Apple Watch können den Mac automatisch entsperren, wenn sie sich in der Nähe aufhalten, die iMessage App wurde überarbeitet und die Fotos App erkennt jetzt Gesichter.

Bei diesen Features weiß ich noch nicht so recht, ob sie mir eher Angst machen oder einen echten Nutzen für mich haben. Wie geht es dir?

Fazit

Es ist viel passiert in macOS Sierra und das Arbeiten damit gefällt mir gut. Auf der einen Seite wird die Integration der verschiedenen Apple Betriebssysteme immer besser, auf der anderen Seite kommen aber auch immer mehr Features, wie Siri, bei denen ich noch nicht weiß ob ich jemals mit meinem Computer sprechen möchte 🙂


tl;dr: Ich erzähle über Neuigkeiten in Apple macOS Sierra

 

 

 

#ffffff; background: #bd081c no-repeat scroll 3px 50% / 14px 14px; position: absolute; opacity: 1; z-index: 8675309; display: none; cursor: pointer; top: 1641px; left: 50px;">Save

Kategorien
Betriebssysteme Cloud Server

Paketverwaltung und Snaps unter Ubuntu 16.04 LTS

Jedes Betriebssystem ermöglicht das Hinzufügen, Aktualisieren und Deinstallieren von Software. Meistens werden vom Hersteller Softwarepakete angeboten, die mit Hilfe eines Installationsskripts den Weg auf den Computer finden. Updates für diese Pakete bestehen entweder aus sogenannten Patches (engl. Flicken), die einzelne Dateien eines Softwarepaketes aktualisieren oder aus anderen Softwarepaketen, die „über“ bereits installierte Softwarepakete installiert werden. Zur Deinstallation von Softwarepaketen benötigst man oft Deinstallationsskripte.

Unter Mac OS gibt es bis heute beispielsweise keine einheitliche Vorgehensweise um Software zu deinstallieren. In Windows gibt es die zwar, aber der Teufel liegt im Detail. Das Problem ist oft „Geheimniskrämerei“ bei den Herstellern von kommerzieller Software und so weiss man oft weder, was ein Programmpaket denn nun genau auf dem Computer installiert hat, geschweige denn, wie man das alles wieder entfernt. Auch die aufgeräumtesten Apple macOS und Microsoft Windows Computer werden nach ein paar Jahre mit Updates und Programminstallation langsamer und die Festplatte füllt sich. Ein „clean install“, bei dem man ein zuerst „frisches“ Betreibsystem und danach seine Softwarepakete installiert, wirkt oft Wunder und beschleunigt alles wieder.

Im Linux Umfeld ist die Lage etwas übersichtlicher, da glücklicherweise die meisten verfügbaren Softwarepakete grundsätzlich auch im Quellcode vorliegen und klar beschrieben ist, was bei Installation und Aktualisierung verändert wird. Anders als bei den proprietären Systemen gibt es in Linux Abhängigkeiten zwischen den Softwarepaketen. Wenn ich auf einem Windows Computer etwas installiere, ist das normalerweise eine große Installationsdatei oder ein Installer, der während der Installation Dateien nachlädt, entpackt und irgendwo hinschreibt. Diese Art Softwarepaket lässt sich gut verkaufen.

Unter Linux geht es eher modular zu. Wenn ich beispielsweise auf einem Novatrend Root/Cloud Server, der mit Ubuntu läuft, den Webserver Apache installieren will, habe ich normalerweise keine grafische Oberfläche und benutze auf der Konsole den Befehl.

sudo apt-get install apache2
Das Kommando sudo zeigt an, dass der Befehl mit den Rechten des Root Users ausgeführt werden soll. Unter Linux gibt es die User und es gibt Root. Root darf alles, die User dagegen leben im „Userland“ und dürfen viele Dinge einfach nicht! (In macOS ist es genauso, in Windows ähnlich).
Das Kommando apt ruft den Advanced Package Manager auf.
Das Kommando -get zeigt an, dass man etwas haben möchte.
Das Kommando install bedeutet, dass man etwas installieren möchte (apt-get remove würde etwas deinstallieren, apt-get update etwas aktualisieren.).
Das Kommando apache2 zeigt an, das man den Webserver Apache in der Version 2 installieren möchte.
Das ist alles sehr logisch und so fragt das Ubuntu Linux zunächst nach dem Passwort von Root

[sudo] password for anon:

danach schaut es in seiner Paketliste nach, ob ein Paket mit dem Namen apache2 existiert. Die Liste liegt in /etc/apt/sources.list und erhält die Quellen, von denen Software geladen wird.

APT-Quellenliste
APT-Quellenliste

Beim Nachsehen merkt der Paketmanager, das ausser apache2 weitere Pakete installiert werden müssen, damit der Webserver funktioniert. Alle Pakete werden aufgelistet und man muss bestätigen, ob man das alles installieren will.

Building dependency tree
Reading state information... Done
The following additional packages will be installed:
apache2-bin apache2-data apache2-utils libapr1 libaprutil1 libaprutil1-dbd-sqlite3 libaprutil1-ldap liblua5.1-0 ssl-cert
Suggested packages:
www-browser apache2-doc apache2-suexec-pristine | apache2-suexec-custom openssl-blacklist
The following NEW packages will be installed:
apache2 apache2-bin apache2-data apache2-utils libapr1 libaprutil1 libaprutil1-dbd-sqlite3 libaprutil1-ldap liblua5.1-0 ssl-cert
0 upgraded, 10 newly installed, 0 to remove and 4 not upgraded.
Need to get 1554 kB of archives.
After this operation, 6412 kB of additional disk space will be used.
Do you want to continue? [Y/n]

Bei der Aktualisierung und Deinstallation funktioniert das genauso. Wenn man keine Veränderungen an den Dateien vorgenommen hast, kann mit diesem System wirklich alles restlos deinstalliert werden, so als wäre es niemals installiert gewesen. Das geht soweit, dass auch Distributionsupdates gemacht werden können, beispielsweise von Ubuntu 14.04 auf 16.04.

Es gibt also zwei Arten von Paketverwaltungen:

  1. Programme, die aus anderen Quellen Pakete nachladen können, um Abhängigkeiten aufzulösen, so wie eben beschrieben.
  2. Programme, die direkt die Pakete installieren oder löschen, aber keine Abhängigkeitsverwaltungs- und Konfliktlösungsmechanismen kennen.

Linux Distributionen gehören zum ersten Punkt und nutzen immer ein bestimmtes Paketformat. Red Hat, Fedora und OpenSuse benutzen beispielsweise RPM Pakete, Debian und Ubuntu deb Pakete. Die Arbeit, die in einer Distribution steckt, ist die geschickte Zusammenstellung dieser Pakete.

Wen du einen Root Server mit Linux betreibst, wirst du dich über diese Ordnung sehr freuen, denn es gibt immer einen Weg, Probleme zu lösen – IMMER 🙂

Leider ist es oft ziemlich schwer, gerade neuere Pakete die nicht zur Distribution gehören, zu installieren und zu konfigurieren. Wenn beispielsweise die neueste Webanwendung PHP7 benötigt, du aber noch ein Ubuntu 14.04 nutzt, gibt es das in den offiziellen Paketen nicht. Da du ja weisst, wo sich die Liste der Installationsquellen befindet, kannst du natürlich eine Quelle für PHP7 Pakete eintragen und dann die PHP7 Pakete auch unter Ubuntu 14.04 installieren. So eine Erweiterung kann allerdings schwer vorhersehbare Folgen für Abhängigkeiten von anderen Paketen haben. Jeder, der einen Server betreibt, hat vermutlich schon mal etwas ausserhalb der offiziellen Pakete installiert und dann sehr schnell gelernt, dass das manchmal keine gute Idee ist 🙂

An dieser Stelle setzen nun Projekte wie Docker an, die völlig unabhängig vom Paketmanager komplette Softwarepakete zur Installation anbieten. Docker kann man sich wie einen Container vorstellen, der alles notwendige enthält und eine fix und fertige Lösung bietet, beispielsweise ein Web Forum. Prinzipiell ist das eine gute Idee aber die Arbeit liegt natürlich wieder in der Konfiguration und im Zusammenspiel der Container. Nehme ich einen MySQL Docker Container und einen Apache Docker Container und verbinde sie irgendwie mit einem Drupal Container oder nehme ich einen MySQL/Apache/Drupal Container und das wars? Eine einheitliche Antwort gibt es natürlich nicht und so sammeln sich schnell ein paar Container an und die Aktualisierung ist wieder so eine Sache.

Click, snap und snappy

Bei Smartphones geht das alles auf den ersten Blick problemloser mit sogenannten Apps, aber dahinter verbergen sich natürlich die gleichen Herausforderungen.

Als Ubuntu Phone entwickelt wurde, ging man neue Wege und nutzte das Paketformat click. Für den RasberryPi wurde Snappy Ubuntu Core angeboten und nun hält das Snap Format auch im neuen Ubuntu 16.04 Einzug. Es kann mit dem existierenden deb Format koexistieren. Software kann als deb oder snap Paket angeboten werden. Der Unterschied liegt darin, dass snap Pakete, wie bei Docker, eigentlich eher komplette snap Anwendungen sind und vom Rest des System isoliert laufen. Die Snaps können  auch aufeinander aufbauen.

Snappy Ubuntu
Snappy Ubuntu

Vorteil ist die einfache Installation, Nachteil ist der erhöhte Platzbedarf, da nun benötigte Bibliotheken innerhalb eines snap Paketes und damit unter Umständen mehrfach auf einem Betriebssystem installiert werden.

Snap benutzen

Um Snap benutzen zu können muss der ubuntu-core installiert sein ( sudo snap install ubuntu-core).

Eine Übersicht über verfügbare snaps bietet der Befehl snap list. Beim ersten Aufruf entsteht folgender Dialog.

anon@server1:~$ snap list
No snaps are installed yet. Try 'snap install hello-world'.
anon@server1:~$ sudo snap install hello-world
[sudo] password for anon:
0 B / 20.00 KB [________________________________________________] 0.00 %
hello-world (stable) 6.3 from 'canonical' installed
anon@server1:~$ hello-world
Hello World!

Das Programm „hello-world“ kann ausgeführt werden werden und gibt Hello World auf der Konsole aus. Bei einem erneuten Aufruf von snap list sieht es dann so aus:

anon@server1:~$ snap list
Name Version Rev Developer Notes
hello-world 6.3 27 canonical -
ubuntu-core 16.04+20160531.11-56 122 canonical -

Entfernen lässt sich ein snap Paket mit dem Befehl

anon@server1:~$ sudo snap remove hello-world
hello-world removed

Installationsbeispiel Nextcloud

Um ein konkretes Beispiel zu zeigen, werde ich das Snap Paket Nextcloud installieren

anon@server1:~$ sudo snap install nextcloud
122.31 MB / 122.31 MB
[===========================] 100.00 % 22.35 MB/s
nextcloud (stable) 9.0.53snap1 from 'nextcloud' installed

Der Inhalt des Pakets wird im Verzeichnis /snap/nextcloud installiert. In der Liste der Snaps taucht nun auch das Nextcloud Paket auf.

anon@server1:~$ sudo snap list
Name Version Rev Developer Notes
nextcloud 9.0.53snap1 17 nextcloud -
ubuntu-core 16.04+20160531.11-56 122 canonical -

Um die Nextcloud nutzen zu können, muss die IP-Adresse des Servers im Browser aufgerufen werden. Der Installer von Nextcloud fragt noch nach Namen und Passwort des Administrators und danach ist die persönliche Cloud einsatzbereit.

Nextcloud - Snap Paket
Nextcloud – Snap Paket

Fazit

Das Snap Format bietet eine einfache Verwaltung für die Installation, Aktualisierung und Deinstallation kompletter Anwendungen in der Linux Distribution Ubuntu 16.04 LTS. Snap Pakete werden zunehmend von Softwareprojekten angeboten und können auch sogar als Universal Snap Package auf anderen Distributionen genutzt werden.

Links