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Soziale Netze

GNU social – ein dezentrales soziales Netzwerk

Ihr werdet niemals Facebook schlagen, warum also?
Vielleicht wird es nicht jeder in der Welt nutzen, aber Facebook nutzt auch nicht jeder. Datenschutz ist wichtig, und viele Leute schätzen ihre Privatsphäre und die Freiheit so sehr, dass Sie Software verwenden, die keine Dinge tut, die sie nicht wollen.
Aus FAQ GNU social.

In der kleinen Reihe über alternative Social Networks stelle ich nach Friendica heute GNU social vor. GNU social hat eine recht bewegte Geschichte und ist aus der StatusNet Software hervorgegangen, die wiederum aus Laconica hervorgegangen ist. Technisch gesehen ist es ein Mikroblogging Dienst, geschrieben in PHP. Es nutzt den OStatus Standard für das Zusammenspiel zwischen den einzelnen GNU social Installationen und anderen Anwendungen. Friendica nutzt ebenfalls OStatus und so lassen sich die beiden auch verbinden. Während Friendica eher in die Richtung von Facebook geht, ähnelt GNU social eher Twitter. Es ist einfach zu installieren und bietet ohne zusätzliche Plugins bereits Followerfunktionen, Statusmeldungen, Events, Umfragen, Lesezeichen und eine Fragefunktion. Es kann so konfiguriert werden, dass Konten nur auf Einladung erstellt werden können und die Postings nur von den Followern oder optional auch öffentlich eingesehen werden können. Für mich sieht es ziemlich brauchbar aus für die interne Unternehmenskommunikation.

Man kann es auch eine Art Homepage-Ersatz oder -Erweiterung nutzen (Beispiel). Ich mag die Idee, weil man dann tatsächlich die volle Kontrolle über seine Daten behält, trotzdem aber Follower aus anderen Plattformen wie z.B. Friendica und anderen GNU social Installationen hat und auch selber anderen Usern auf anderen Plattformen folgen kann. Man kann auch Erweiterungen und Themes installieren, aber in diesem ersten Artikel wollen wir es zunächst mal installieren 🙂

Installation

Ich benutze Ubuntu 14.04, MySQL und PHP bei meinen Beispielen hier im Blog. Wenn Sie GNU social frisch via Git installieren, so benötigen Sie die folgenden Pakete. Es kann sein, das viele Installationpakete schon auf Ihrem Root-Server installiert sind, wenn Sie die vergangenen Beispiele hier im Blog ausprobiert haben. Das ist aber kein Problem, denn falls ein bereits installiertes Paket gefunden wird, wird es eben nicht installiert.

sudo locale-gen en_US en_US.UTF-8
sudo dpkg-reconfigure locales
sudo apt-get update -q
sudo apt-get dist-upgrade -y
sudo apt-get install -y pound varnish php5 rsync htop emacs23-nox apache2 php5-mysql dtrx mysql-server exim4
sudo apt-get install php5-curl git

Sie müssen nun einen Platz festlegen, in dem Sie GNU social installieren wollen. Ich bleibe hier bei meinem Verzeichnissystem (/var/www/[domainname]/public_html). Erstellen Sie ein Verzeichnis und geben Sie dem Webserver Zugriffsrechte.

mkdir /var/www/gnusocial.serverblogger.ch/public_html -p
chown www-data:www-data /var/www/gnusocial.serverblogger.ch/public_html
cd /var/www/gnusocial.serverblogger.ch/public_html

Im nächsten Schritt laden Sie die Dateien.

git clone git://gitorious.org/social/mainline.git

oder

wget https://gitorious.org/social/mainline/archive/master.zip

und anschliessend entpacken

Datenbank

Ich beschreibe hier die Variante für MySQL. Loggen Sie sich ein

mysql -u root -p

und erstellen Sie eine neue Datenbank (gnusocial) und ein neues Benutzerkonto (gnusocial). Anstelle der Sternchen legen Sie ein Passwort fest.

create database gnusocial;
grant all privileges on gnusocial.* TO "gnusocial"@"localhost" identified by "********";
flush privileges;
exit;

Virtueller Host

Je nachdem, wie und wo Sie GNU social installieren, legen Sie vermutlich einen neuen virtuellen Host an. Erstellen Sie eine Konfigurationsdatei

nano /etc/apache2/sites-available/gnusocial.serverblogger.ch.conf

und kopieren die folgenden Befehle hinein.

Hinweis: Hier im Beispiel erstelle ich keinen SSL/TLS gesicherten virtuellen Host, da mein serverblogger.ch Zertifikat nur für diese Domain gilt und nicht für Subdomains. Im Artikel Virtuelle Apache Hosts mit TLS/SSL Zertifikaten von StartSSL absichern können lesen, welche Schritte sie unternehmen müssen um die Kommunikation über das HTTPS Protokoll abzusichern.

<VirtualHost gnusocial.serverblogger.ch:80>
  ServerName gnusocial.serverblogger.ch
  DocumentRoot /var/www/gnusocial.serverblogger.ch/public_html
  DirectoryIndex index.php
  <Directory /var/www/gnusocial.serverblogger.ch/public_html>
    AllowOverride All
    Order Deny,Allow
    Allow from all
  </Directory>
</VirtualHost>

Aktivieren Sie die die vhost Konfiguration und starten Sie den Apache neu

sudo a2ensite gnusocial.serverblogger.ch.conf
sudo service apache2 reload

Damit die Installation reibungslos läuft müssen, Sie für die folgenden drei Verzeichnisse noch Zugriffsberechtigungen setzen:

chmod a+w /var/www/gnusocial.serverblogger.ch/public_html/avatar/
chmod a+w /var/www/gnusocial.serverblogger.ch/public_html/background/
chmod a+w /var/www/gnusocial.serverblogger.ch/public_html/file/

Falls es nicht bereits auf Ihrem Server eingeschaltet ist, müssen Sie noch das Apache rewrite Modul aktivieren und die htaccess.sample Datei umbenennen. Sie erhalten dadurch die Möglichkeit .htaccess Dateien zu nutzen und können lesbare URLs (Clean URLs) anbieten.

mv htaccess.sample .htaccess
sudo a2enmod rewrite
sudo service apache2 restart

Webinstaller

Sie können nun Ihre Domain im Browser aufrufen und die Konfigurationseinstellungen festlegen

http://gnusocial.serverblogger.ch/install.php

Nach dem Aufruf startet der Webinstaller mit den wichtigsten Einstellungen.

GNU social Installation
GNU social Installation
Nach einem Klick installiert sich GNU social und ist zur Nutzung bereit!
GNU social Installation erfolgreich
GNU social Installation erfolgreich
Die Installation erinnert ein wenig an WordPress. Es ist wirklich einfach.

Erste Schritte

Melden Sie sich an und füllen Sie ihr Profil aus. Sie können gern auf dem Beispielserver testen (http://gnusocial.serverblogger.ch). Die Einstellungen sind momentan so, daß Sie sich registrieren müssen, um auf die folgenden Beispiele antworten zu können.

So sieht sah die Timeline dann kurz nach dem Installieren aus.

Timeline GNU social
Timeline GNU social

Kontakt mit Anderen

Wenn ich aus unserer Friendica Installation auf dem Beispielserver, die übrigens bereits mit einem TLS Zertifikat versehen ist, einen GNU social Benutzerkonto hinzufügen will, so muss ich mich dort anmelden und in meinen Kontakten einfach [name]@[server] also hagengraf@gnusocial.serverblogger.ch hinzufügen.

Einen Benutzer aus GNU social hinzufügen
Einen Benutzer aus GNU social hinzufügen

Links


tl;dr: GNU social ist eine dezentrale Alternative zu Netzwerken wie Twitter und Facebook.

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Content Management Systeme Shared Hosting Webdesign

GRAV, ein schnelles, dateibasiertes, einfaches CMS

Modern, Crazy Fast, Ridiculously Easy and Amazingly Powerful Flat-File CMS

Im Jahr 2004 installierte ich zum ersten Mal Drupal. Die Version 4.x war aktuell und all die hippen Module wie Views und Panels gab es noch nicht. Was mich damals faszinierte, waren die einfachen, klaren Strukturen, die Inhaltstypen, Felder, Berechtigungen, Templates, Ordnerstrukturen. Ich fing sofort an, damit zu „spielen“. Einen ähnlichen Effekt löste Mambo bei mir im Jahr 2002 und PHPNuke im Jahr 1999 aus (und davor Perl, und davor Lego 🙂 ). In den letzten 10 Jahren ist mir im Bereich PHP basierte Open Source CMS nichts über den Weg gelaufen, was einen ähnlichen Aha- und Bastel-Effekt bei mir auslöste und mich dazu brachte sofort eine Website damit zu bauen.

Ende 2014 stolperte ich über GRAV CMS. Es ist dateibasiert und benötigt daher keinen Installationsvorgang im klassischen Sinne. Das Dateipaket wird ausgepackt und die Website ist da! Es gibt Standard-, Listing– und Modulare Seiten, die mit Text und Bildern gefüllt werden können. Es gibt zusätzliche Plugins und Themes. Die Inhalte werden in der Auszeichnungssprache Markdown geschrieben und dann mittels vordefinierten Twig Templates formatiert. Für die Geschwindigkeit wird auf Doctrine Cache zurückgegriffen, für die Wartbarkeit und Erweiterbarkeit auf Pimple (Was ist Pimple?). Der Symfony Event Dispatcher sorgt wie bei Drupal 8 für das Plugin handling und die Symfony Console für ein Kommandozeilen Interface. Bilder werden mit der Gregwar Image Library in einem Aufruf bearbeitet.

Um schnell zu brauchbaren Ergebnissen zu kommen, gibt es ein gute Dokumentation, ein Forum und einen Chat. GRAV ist als persönliches Projekt von Andy Miller, dem Gründer von Rocket Theme, Mitte 2014 gestartet worden. Es steht unter der MIT Lizenz und das Business Modell ist einfach zu verstehen: Jeder kann Erweiterungen schreiben und diese kostenlos anbieten oder verkaufen. Das Team um Andy Miller erstellt und verkauft über Rocket Theme seit 10 Jahren Themes für Joomla, Drupal, WordPress, Magento und PHPbb und hat dabei praktische Erfahrungen aus allen CMS sammeln können sowie Nervenstärke bei den Architektur-Entscheidungen der jeweiligen Projekte erwerben müssen. Beide Faktoren wirken sich positiv pragmatisch auf das GRAV Projekt aus.

In Joomla, Drupal und WordPress gibt es jeweils Einzeldarstellungen (eine Seite) und Listdarstellungen von Inhalten (mehrere angerissene Einzelinhalte auf einer Seite mit weiterlesen Link, o.ä.). Die Einzeldarstellungen sind meist auf eine Komponente (Joomla), ein Modul (Drupal) oder ein Plugin (WordPress) beschränkt. In TYPO3 können die Einzelseitendarstellungen mit zusätzlichen Elementen angereichert werden. Dieses Grundprinzip lässt sich über Erweiterungen verändern, aber das führt nicht unbedingt zu einer übersichtlicheren Struktur. Das Design einer Seite mit Inhalt zu verändern ist dabei kein trivialer Vorgang. Um eine wirklich „runde“ Website mit einem dieser „klassischen“ CMS zu erstellen, benötigt man einiges an Know How und Budget, heute also eher klassisches Agenturgeschäft.

GRAV vereinfacht den Bau von Websites erheblich, verzichtet im Core auf den ganzen Overkill aus Datenbank, Benutzerkonten, und -Berechtigungen und ist dabei natürlich ungemein schnell bei der Seitenausgabe. Es vereint die Vorteile bei der Inhaltsdarstellung aller oben genannten CMS und bricht sie auf das Wesentliche herunter (Einzel-, List- und Modulardarstellung). Das Schreiben von Inhalten in Markdown macht Spass und ist einfach zu erlernen, die Pflege der Texte kann über FTP, GitHub, Dropbox und theorethisch alle Services, auf denen Dateien gehostet werden können, erfolgen.

Ein browserbasierter Administrationsbereich war ursprünglich von Rocket Theme geplant, wurde aber von niemandem implementiert und bisher auch nicht wirklich vermisst. Bei höheren Anforderungen (eCommerce) kann das System abhängig vom eigenen Wissensstand über vordefinierte oder selbst geschriebene Plugins erweitert werden.

Achja, und hier ist meine erste GRAV Website (fimidi.com).

Lassen Sie uns eine kleine Website mit dem GRAV CMS erstellen. Sie können das lokal auf Ihrem PC machen oder direkt auf Ihrem Root-Server. Ich nehme mal gleich den Server.

Installation

Wir arbeiten immer noch mit Ubuntu 14.04 und dem Apache Webserver. Erstellen Sie also zunächst einen vhost (Viele virtuelle Server auf einem Root-Server), entpacken dann GRAV in ihr Dokumentenverzeichnis und rufen Sie es in Ihrem Browser auf. Die aktuellste Version finden Sie auf getgrav.org/downloads.

wget https://github.com/getgrav/grav/releases/download/0.9.15/grav-v0.9.15.zip
unzip grav-v0.9.15.zip

Rufen Sie nun im Browser die entsprechende URL auf und GRAV ist fertig installiert.

GRAV Installation
GRAV Installation
Die Dateien, die sich im Ordner /user befinden, enthalten die Inhalte, Metadaten und Formatierungen Ihrer Website. Wenn Sie Ihre Site lokal mit Inhalt befüllen, so müssen Sie einfach diesen Ordner mit Ihrem Server synchronisieren.

  • user/config/ – Konfiguration Ihrer Website sowie des GRAV Systems
  • user/data/ – Hier können von Plugins bei Bedarf Daten gespeichert werden
  • user/pages/ – die einzelnen Seiten
  • user/plugins/ – die installierten Plugins (Die Plugins error und problem sind Standard)
  • user/themes/ – das Theme Antimatter ist Standard

In der 1.0 Version wird noch der Ordner user/accounts/ hinzukommen.

  • user/accounts/ – Benutzerkonten und Berechtigungen

Konfiguration und Erstellung von Inhalt

Editieren Sie zunächst die Datei user/config/site.yaml

title: serverblogger.ch
author:
  name: Hagen Graf
  email: 'hagen@novatrend.ch'
metadata:
    description: 'Wir zeigen, wozu man Root-Server benutzen kann!'

Die einzige Seite, die vordefiniert ist, ist die Home Seite (user/pages/01.home/default.md). Der Dateiname default.md heisst default, weil es ein Twig-Template mit dem gleichen Namen im Antimatter Theme gibt, über das der Inhalt der Home Seite interpretiert wird (user/themes/antimatter/default.html.twig). Die Endung .md steht für Markdown. So sieht eine einfache Seite aus. Der Titel ist gleichzeitig der Name des Menülinks.

---
title: Startseite
---

# Eine Website mit GRAV
## Die Installation war wirklich einfach

Das hier ist der Text meiner **ersten** Seite
Grav simple page
Grav simple page
Wenn Sie ein Bild auf Ihrer Seite haben wollen, so kopieren Sie es einfach in Ihr Seitenverzeichnis /user/pages/01.home. Hier ein Beispiel:

cd /user/pages/01.home
wget https://farm8.staticflickr.com/7508/15154508894_3338ae7a2b_k.jpg

Editieren Sie die default.md entsprechend, um das Bild anzeigen zu können.

---
title: Startseite
---

# Eine Website mit GRAV
## Die Installation war wirklich einfach

Das hier ist der Text meiner **ersten** Seite
![Maserati](15154508894_3338ae7a2b_k.jpg?resize=400,200)
default.md mit Bild
default.md mit Bild
Probieren Sie ein anderes Twig-Template aus, um ein Gefühl für das Prinzip zu bekommen. Benennen Sie dazu die Datei default.md um in blog.md. Das Ergebnis sieht so aus:
blog.md
blog.md
Das Blog Template macht aus Ihrem Bild automatisch ein Headerbild und verändert die Farbe. Ausserdem taucht noch ein Text Widget auf. Wenn Sie eine zweite Seite haben wollen, erstellen Sie einfach einen Ordner /user/pages/02.seitenname und darunter eine Datei mit dem Namen eines existierenden Templates.

Es gibt für alle Beispielsites (Skeleton) für gängige Anwendungen (z.B. Blog, Shop, One-Page-Site), viele nützliche Plugins und natürlich Themes.

Als ich an diesem Punkt das erste Mal ankam, beschloss ich unsere fimidi Site damit zu bauen 🙂

Wenn es Ihnen genauso geht, hier sind nochmal die momentan wichtigsten Ressourcen (getgrav.org).

Dokumentation, Forum und Chat.

Und nun wünsche ich Ihnen viel Spass und viel Zeit!


tl;dr: Das dateibasierte CMS GRAV macht einfach Spass und Lust auf mehr.

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Content Management Systeme Webdesign

Installation der 5 verbreiteten Content Management Systeme

Open Source Content Management Systeme werden im grossen Stil zum Aufbau und zur Pflege von Websites seit gut 10 Jahren eingesetzt. In diesem Artikel geht es um die Installation jedes Systems auf einem Root-Server.

Wir wollen nicht auf die Vor- oder Nachteile der einzelnen Systeme eingehen. So unterschiedlich sind die fünf Systeme, von der technischen Seite her betrachtet, gar nicht :). Mit jedem dieser Systeme können kleine und auch grosse Websites erstellt werden. Die Realisierung ist eine Frage von Budget, Ressourcen, Wünschen, Erwartungen und Zielvereinbarungen.

Alle oben genannten CMS benötigen eine Datenbank (meist MySQL) und sie bestehen aus einer Sammlung von PHP Skripten und externen Bibliotheken. Zur Installation müssen ausser dem eigentlichen Webspace (vhost), ein Datenbank User Account und eine Datenbank zur Verfügung stehen.

Im deutschsprachigen Raum haben sich die Systeme WordPress, Joomla!, TYPO3, Contao und Drupal durchgesetzt.

Inhalt

Datenbank

Zum Thema Datenbank gibt es ein paar Dinge zu sagen. Zunächst gibt es natürlich auch andere Datenbanken neben MySQL, beispielsweise PostgreSQL, Microsoft SQL Server oder Oracle. Ein relativ neuer Name in diesem Kreis ist MariaDB.

MySQL ist vermutlich immer noch das am weitestens verbreitete Open Source Datenbanksystem. Die Firma MySQL AB, die hinter der Entwicklung von MySQL stand, wurde 2008 von Sun Micosystems übernommen, die wiederum 2010 von Oracle gekauft wurden. Seit der Übernahme durch Oracle wird der Unterschied von der freien zur kommerziellen Version von MySQL immer grösser zu lasten der freien Version. Michael Widenius, der Gründer von MySQL AB gründete daher im Jahr 2012 die unabhängige MariaDB-Foundation, die das gleichnamige Datenbanksystem MariaDB entwickelt. MariaDB wird bereits von einigen Linux-Distributionen als Standard-Installation benutzt und auch unter Ubuntu gibt es MariaDB Installationspakete.

Vermutlich werden nach und nach die freien MySQL Versionen durch MariaDB ersetzt werden. Da wir in diesem Blog mit der Installation von MySQL (und PHP) begonnen haben, werden wir bis auf weiteres auch dabei bleiben. Alle beschrieben Beispiele laufen auch mit dem MariaDB Server.

PHP

PHP kann als Servermodul (so wie in unserer Installation) oder als CGI-Programm eingesetzt werden. Je nach Anforderung ist das Eine oder das Andere „besser, schneller, sicherer, etc“. Ich werde in einem späteren Blogeintrag beschreiben, wie Sie PHP als CGI einsetzen und vor allem warum (Bei der TYPO3 NEOS Installation wird beispielsweise PHP in der CGI Version benutzt)

Für die Installation und den Betrieb der oben angegebenen CMS ist die Betriebsart von PHP in diesem Stadium nicht wichtig.

Datenbank und User anlegen

Wie bereits im OwnCloud Artikel beschrieben, geht das recht einfach über die Konsole.

Rufen Sie den MySQL Monitor auf und erzeugen Sie ein Benutzerkonto und eine Datenbank. Im folgenden Beispiel heisst der Benutzer cmsuser und die Datenbank cmsdb. Nehmen Sie sich bitte die Zeit und lesen ein paar Zeilen über Passworte.

Wählen Sie Namen oder tauschen Sie einfach den String cms durch den Namen des CMS aus.

mysql -u root -p
Enter password:
mysql> CREATE USER 'cmsuser'@'localhost' IDENTIFIED BY 'IHRPASSWORT';
mysql> CREATE DATABASE cmsdb;
mysql> GRANT ALL ON cmsdb.* TO 'cmsuser'@'localhost';
mysql> FLUSH PRIVILEGES;
mysql> exit

Ich lege mir also fünf Datenbanken nebst Usern und Passworten an:

  • DBUser: wpuser DB: wpdb Passwort: …
  • DBUser: joouser DB: joodb Passwort: …
  • DBUser: t3user DB: t3db Passwort: …
  • DBUser: ctuser DB: ctdb Passwort: …
  • DBUser: duser DB: ddb Passwort: …

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Virtueller Server

Legen Sie sich wie im Blogeintrag Viele virtuelle Server auf einem Root-Server beschrieben, einen oder mehrere virtuelle Server an.

Setzen Sie die Besitzer- und Gruppenzugehörigkeit auf den User und die Gruppe des Webservers (jeweils www-data). Als Domain benutze ich serverblogger.ch.

sudo chown -R www-data:www-data /var/www/serverblogger.ch/public_html

An dieser Stelle kommt es darauf an, wer der Administrator des virtuellen Servers sein wird, wie die Dateien kopiert werden, etc. Wenn es jemand anders als Sie ist, so muss/sollte der virtuelle Server die Besitzer- und Gruppenzugehörigkeit dieses Users haben und der User sollte Mitglied der Gruppe des Webservers sein. Dazu mehr in einem späteren Blogeintrag.

Es ist hilfreich (bei TYPO3 Neos zwingend) das Modul Mod_rewrite zu aktivieren

a2enmod rewrite

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Installation der Content Management Systeme

Jedes der CMS besitzt ein browserbasiertes Installationsprogramm.

Sie müssen auf der jeweiligen Projekthomepage den Quellcode downloaden, in Ihr DocumentRoot Verzeichnis (meist /public_html) entpacken und dann im Browser die entsprechende Domain aufrufen

  1. Beim Auspacken müssen Sie darauf achten, ob die Dateien in ein eigenes Verzeichnis ausgepackt werden oder nicht. Das WordPress Archiv wird beispielsweise in ein Unterverzeichnis wordpress entpackt. Es gibt keine richtige oder falsche Art zu Entpacken. Entwickeln Sie einfach ein pragmatisches System, durch das Sie und! Ihre Kollegen durchsteigen. Ich sammele die Quellarchive beispielsweise in meinem Home Verzeichnis, entpacke sie dort und kopiere die Daten dann an ihr eigentliches Ziel. Das ist nicht atemberaubend effizient aber übersichtlich.
  2. Vergessen Sie nicht die ausgepackten Dateien mit der „richtigen“ Besitzer- und Gruppenzugehörigkeit zu versehenchown -R www-data:www-data /var/www/meinewebsite.ch/public_html

    Das -R sorgt dafür, dass alle Unterordner und die darin enthaltenen Dateien ebenfalls bearbeitet werden.

  3. Hilfreich beim hin- und herkopieren ist seit nunmehr 20 Jahren auch immer noch der Midnight Commander. Sie installieren ihn mit dem Befehl apt-get install mc.

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1. WordPress – Installation auf einem Root-Server

Den Quellcode gibt es auf https://de.wordpress.org/.

Download:

wget https://de.wordpress.org/wordpress-4.0.1-de_DE.tar.gz

Auspacken:

tar -xvzf wordpress-4.0.1-de_DE.tar.gz -C /var/www/[domainname]/public_html/

Aufruf im Browser:

Das Installationsprogramm erscheint. Füllen Sie die Formulare mit den entsprechenden Daten aus.

Installation Screen 1
Installation Screen 1
Eingabe der Zugangsdaten
Eingabe der Zugangsdaten
Start der eigentlichen Installation
Start der eigentlichen Installation
Eingabe der Website Informationen
Eingabe der Website Informationen
Erfolgreiche Installation
Erfolgreiche Installation
Administrationsbereich
Administrationsbereich
Website nach der Installation
Website nach der Installation
Die Website ist nun im „Roh- oder Auslieferungszustand“ und bereits mit jeweils einem Beispielpost versehen.

„So, und nun genug geschwafelt – jetzt nichts wie ran ans Bloggen!“

Dem will ich nichts hinzufügen 😉

Das Admin Interface finden Sie unter http://[domainname]/wp-admin

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Joomla!- Installation auf einem Root-Server

Den Joomla! Download gibt es auf joomla.org. Ein komplett deutsche Version finden Sie auf jgerman.de (funktioniert nur mit MySQL).

Download:

wget http://downloads.sourceforge.net/jgerman/Joomla_3.3.6-Stable-Full_Package_German.tar.gz

Auspacken:

tar -xvzf Joomla_3.3.6-Stable-Full_Package_German.tar.gz -C /var/www/[domainname]/public_html/

Aufruf im Browser:

Das Installationsprogramm erscheint.

1. Konfiguration
1. Konfiguration
2. Datenbank
2. Datenbank
FTP-Konfiguration
FTP-Konfiguration
Zusammenfassung
Zusammenfassung
Erfolgreiche Installation
Erfolgreiche Installation
Administrationsbereich
Administrationsbereich
Website mit Beispieldaten
Website mit Beispieldaten
Die Website ist nun im „Roh- oder Auslieferungszustand“ und optional mit Beispieldaten gefüllt.

Das Admin Interface finden Sie unter http://[domainname]/administrator

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TYPO3- Installation auf einem Root-Server

TYPO3 gibt es in zwei Geschmacksrichtungen

  • Das TYPO3 CMS in der aktuellen Version 6.2.x. Es ist das „klassische“ TYPO3, wie es im deutschsprachigen Raum verbreitet ist.
  • Die Version TYPO3 NEOS in der Version 1.1.x- TYPO3 NEOS ist mehr oder weniger als Unfall entstanden. Während der Entwicklung der Version 5 des TYPO3 CMS wurden aus unterschiedlichen Gründen komplett neue Wege beschritten. Die Version 5 entfernte sich daher immer mehr von den Verfahrensweisen des TYPO3 CMS. In der Konsequenz beschloss man, die Version 5 als eigene TYPO3 Version auszulagern und beim TYPO3 CMS von der Version 4 direkt nach 6 zu springen. TYPO3 NEOS basiert auf dem TYPO3 Framework FLOW und stellt nach eigenen Aussagen die Zukunft von TYPO3 dar.

Ich gebe in diesem Blogeintrag mal der Zukunft den Vorrang und installiere TYPO3 NEOS.

Wir müssen auf unserem Root-Server ein paar Vorbereitungen treffen und Git, sowie den „PHP Abhängigkeitsmanager“ Composer installieren.

apt-get install git

Den Composer installiere ich in meinem Home Verzeichnis /home/novatrend

curl -s https://getcomposer.org/installer | php

Dann wechsele ich in das gewünschte Verzeichnis (cd /var/www/serverblogger.ch/public_html) und lasse mir vom Composer TYPO3 NEOS installieren.

sudo php /home/novatrend/composer.phar create-project --no-dev typo3/neos-base-distribution TYPO3-Neos-1.1

Wenn die folgenden Meldungen erscheinen, lassen Sie sich von ein paar Fehlermeldungen nicht irritieren. Es waren in menem Fall nur Hinweise, die keinen Einfluss auf die Installation hatten.

Installing typo3/neos-base-distribution (1.1.2)
  - Installing typo3/neos-base-distribution (1.1.2)
    Cloning 1bfbeb21f3a924c732a6ee33ed9b59bbbe5e1a4f
...
... viel mehr Meldungen
...
  - Installing typo3/neos-kickstarter (1.1.x-dev 827c4cc)
    Cloning 827c4cc17bb116b1560410eb4c2f72e233d86b97

Writing lock file
Generating autoload files
Do you want to remove the existing VCS (.git, .svn..) history? [Y,n]? Y

Die Dateien sind jetzt heruntergeladen und ich setzte noch die Eigentumsrechte

chown -R www-data:www-data /public_html

Es dauerte eine Weile, bis ich den Quellcode an der richtigen Stelle hatte. Hilfreich waren dabei:

Hinweis auf die Datei mit dem Passwort
Hinweis auf die Datei mit dem Passwort
Datenbank Konfiguration
Datenbank Konfiguration
Administrator Account erstellen
Administrator Account erstellen
Eine Seite importieren oder neu erstellen
Eine Seite importieren oder neu erstellen
Erfolgreich installiert
Erfolgreich installiert
TYPO3 DEMO Website
TYPO3 DEMO Website
Administrationsbereich
Administrationsbereich
Der Administrationbereich befindet sich unter http://[domainname]/neos.

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Contao- Installation auf einem Root-Server

Den Contao Quellcode gibt es auf contao.org

Download:

Ich habe kein Datei-Archiv gefunden, die Installationshilfe schlägt jedoch den Befehl

curl -L http://download.contao.org | tar -xzp

vor, der ein Verzeichnis contao-3.4 erstellt und die Dateien einzeln läd.

Auspacken:

entfällt, da die Dateien einzeln geladen werden.

Aufruf im Browser:

Das Installationsprogramm erscheint nach dem Aufruf von http://[domainname]/contao/install.php.

Füllen Sie die Formulare mit den entsprechenden Daten aus.

Lizenz akzeptieren
Lizenz akzeptieren
Installer Passwort
Installer Passwort
Datenbankkonfiguration
Datenbankkonfiguration
Datenbank Update
Datenbank Update
Erfolgreiche Installation
Erfolgreiche Installation
Admin User erstellen
Admin User erstellen
Frontent (noch keine Website angelegt)
Frontent (noch keine Website angelegt)
Administrationsbereich
Administrationsbereich
Eine Beispielwebsite wird bei der Installation von Contao standardmässig nicht erstellt, den Administrationsbereich finden Sie unter http://[domainname]/contao.

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Drupal- Installation auf einem Root-Server

Den Drupal Quellcode gibt es auf drupal.org – Eine deutschsprachige Installation wird vom drupalcenter.de zur Verfügung gestellt. Ich benutze im Beispiel die Version von drupalcenter.de.

Hinweis Stand 28.11.2014:

In der /etc/php5/apache2/php.ini von Ubuntu 14.04 muss noch etwas geändert werden (https://www.drupal.org/node/2115155#comment-9071843), damit die Webinstallation problemlos durchläuft:

[opcache]
; Determines if Zend OPCache is enabled
opcache.enable=0 // <- Diese Zeile muss aktiv sein

Danach ein Webserver Neustart – service apache2 restart

Download:

wget http://www.drupalcenter.de/files/drupal-7.34-DE.tar.gz

Auspacken:

tar -xvzf drupal-7.34-DE.tar.gz -C /var/www/[domainname]/public_html/

Aufruf im Browser:

Das Installationsprogramm erscheint. Füllen Sie die Formulare mit den entsprechenden Daten aus.

Auswahl des Drupalcenter.de Installationsprofils
Auswahl des Drupalcenter.de Installationsprofils
Sprachauswahl
Sprachauswahl
Datenbankkonfiguration
Datenbankkonfiguration
Website konfigurieren
Website konfigurieren
Drupal Installation fertiggestellt
Drupal Installation fertiggestellt
Frontend
Frontend
Administrationsbereich
Administrationsbereich
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Fazit – Installation der fünf CMS auf einem Root-Server

Ich installiere nicht oft fünf Open Source CMS hintereinander weg auf einem Root Server und so war es für mich auch ganz interessant, die verschiedenen Ansätze in den Programmen zu sehen. Die absolut einfachste Installation war die von WordPress.

Joomla! und Drupal warfen während des Installationsvorgang ein paar Fragen auf, die aber einfach zu lösen sind. Nach der Installation bieten die drei Systeme eine fertige Website, die dann im Administrationbereich konfiguriert und mit Inhalt befüllt werden kann.

Contao ist ebenfalls gut zu installieren, erstellt allerdings keine Website während der Installation.

TYPO3 Neos schliesslich besitzt ebenfalls einen wunderbar einfach zu bedienenden Webinstaller, allein der richtige Download der Dateien und die Vorbereitung des virtuellen Webservers waren schlecht beschrieben. Das ist schade, denn das System an sich sieht sehr vielversprechend aus und verdient eine bessere Dokumentation!

  • WordPress 4.x: Sehr einfache Installation mit charmanter Benutzerführung. Es wird eine Website erstellt, die bereits sinnvolle Beispieldaten enthält. Websitewordpress.org, de.wordpress.org Twitter@wordpress @wp_deutschland
  • Joomla! 3.3.x: Sehr einfache Installation, teilweise für Neulinge verwirrend (beispielsweise: Brauche ich den FTP Layer? Welche Beispieldaten sind für meinen Zweck sinnvoll? Soll ich das Installationsverzeichnis löschen?). Es wird eine Website erstellt, die optional unterschiedliche Beispieldaten enthält. Websitejoomla.org, joomla.ch, joomla.de Twitter@joomla @joomlade
  • Contao 3.4: Sehr einfache Installation, teilweise für Neulinge verwirrend (beispielsweise: Warum lege ich ein Installer Passwort an? Soll ich ein Datenbank-Update während der Installation einspielen? Wo ist die eigentliche Website?). Es wird keine Website während der Installation erstellt. Websitecontao.org Twitter@contaocms @leofeyer
  • Drupal 7: Sehr einfache Installation. Es wird eine Website erstellt. Einziger Haken sind die Standardeinstellungen der php.ini in Ubuntu 14.04., in der ein Parameter geändert werden musste. Drupal hat eine optische Trennung zwischen Front- und Backend. Es wird eine Website abhängig vom Installationsprofil, in meinem Fall von drupalcenter.de ohne Beispieldaten erstellt. Websitedrupal.org, drupalcenter.de Twitter@drupal, @drupalcenter
  • TYPO3 Neos 1.1.2: Schlecht dokumentierte Vorbereitung des eigentlichen Installationsvorgangs. Ein Root-Server ist empfehlenswert, da Parameter in php.ini und vhost Konfigurationsdateien gesetzt werden müssen. Während der einfachen, webbasierten Installation im Anschluss besteht die Möglichkeit zur automatischen Erzeugung einer Demoseite. Websitetypo3.org, neos.typo3.org Twitter@typo3 @typo3neos

Falls Sie hilfreiche Links, HowTo’s, Bücher, Events für die ersten Schritte mit den einzelnen Systemen kennen, so freue ich mich auf Feedback.

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Betriebssysteme Infrastruktur Server Webserver

LAMP einrichten

LAMP ist eine Abkürzung für Programme, die Sie benötigen um dynamische Websites von Ihrem Root-Server aus anzubieten. Die Buchstaben stehen für das Betriebssystem Linux, den Webserver Apache, die Datenbank MySQL und die Programmiersprache PHP. Man nennt diese Kombination von Programmen auch Stapel (engl. Stack), weil ein Programm auf dem anderen aufbaut, bzw. die Programme eng zusammenarbeiten. Der Begriff wurde 1998 durch einen Artikel der Zeitschrift c’t geprägt. 16 Jahre später ist der LAMP-Stack immer noch sehr populär und der de facto Standard für das Anbieten einer Website. In diesem Beitrag wollen wir den LAMP Stack auf einem Root-Server mit Linux Ubuntu 14.04 einrichten. Das L für Linux ist schon erledigt, der Apache Webserver, die MySQL Datenbank und die Programmiersprache PHP fehlen noch. Nach der Installation können Sie beliebig viele Websites auf Ihrem Root-Server hosten.

Installation von Apache, MySQL und PHP

Vor 16 Jahren war die Installation noch eine kleine Herausforderung. Heute ist Sie mit einem Befehl auf der Konsole erledigt. Installiert werden müssen die folgenden Programmepakete. Das geht in einem Befehl

sudo apt-get install apache2 php5 
     php5-mysql mysql-client mysql-server

Nach drücken der Enter Taste erscheinen viele Installationsmeldungen auf dem Bildschirm. Die Datenbank MySQL benötigt ein Root-Passwort, das im Laufe der Installation abgefragt wird.

Root Passwort für MySQL Server setzen
Root Passwort für MySQL Server setzen
Wenn Sie sich diese Meldungen näher anschauen, sehen Sie, dass viel installiert wird und Sie erhalten einige Hinweise, Warnungen und teilweise auch Fehlermeldungen: Beispiel für Hinweise:

Setting up apache2 (2.4.7-1ubuntu4.1) ...
Enabling module mpm_event.
Enabling module authz_core.
Enabling module authz_host.
Enabling module authn_core.
Enabling module auth_basic.

Der Webserver wird konfiguriert und etwa 20 Module des Webservers werden aktiviert. Sie können später weitere Module bei Bedarf hinzufügen. Eine Liste aller Module und deren Funktion finden Sie im Module Index auf httpd.apache.org/docs/2.4/mod/. Beispiel Warnung: Auf meinem Root-Server gab es folgende Warnung:

140827 15:30:03 [Warning] Using unique option prefix key_buffer 
            instead of key_buffer_size is deprecated and will 
            be removed in a future release. 
            Please use the full name instead.

Ubuntu nutzt MySQL in der Version 5.5. Die Installationsoptionen key_buffer ist „deprecated“. Deprecated heisst, dass es momentan noch funktioniert, aber in zukünftigen MySQL Versionen nicht mehr funktionieren wird. Die Warnung enthält auch die Lösung des Problems. In der Zukunft heisst der Befehl key_buffer_size. Sie können alles belassen, wie es ist, da es ja funktioniert. Sie können auch die MySQL Installation anpassen (Lösung). Ich würde nichts an der Konfiguration ändern, mir die Sache aber irgendwie merken, damit ich mich später dran erinnere. Beispiel Fehlermeldungen: Diese Fehlermeldung kam ein paarmal:

 locale: Cannot set LC_CTYPE to default locale: No such file or directory
 locale: Cannot set LC_ALL to default locale: No such file or directory

Locale enthält die Einstellungen für bestimmte Gebiete, beispielsweise die Sprache, das Land, die Zahlen-, Währungs-, Datums- und Zeitformate. In Linux werden diese Informaton in Variablen abgelegt und können von User zu User und von Programm zu Programm unterschiedlich sein. Mit dem Befehl locale sehen Sie Ihre aktuellen Einstellungen (und die beiden Fehlermeldungen).

novatrend@server1:~$ locale
locale: Cannot set LC_CTYPE to default locale: No such file or directory
locale: Cannot set LC_ALL to default locale: No such file or directory
LANG=en_US.UTF-8
LANGUAGE=
LC_CTYPE=UTF-8
...
LC_IDENTIFICATION="en_US.UTF-8"
LC_ALL=

LC_ALL und LANGUAGE sind tatsächlich nicht gesetzt. Lösen lässt sich das Problem, indem Sie die Werte der Variablen mit den folgenden Befehlen setzen.

export LANGUAGE=en_US.UTF-8
export LC_ALL=en_US.UTF-8
locale-gen en_US.UTF-8
dpkg-reconfigure locales

Die Fehlermeldung verschwindet beim nächsten Aufruf von locale.

Was wurde nun installiert?

Auf Ihrem Root-Server System gibt es nun zwei zusätzliche Server. Einen Webserver, der Webseiten ausliefert und einen Datenbankserver der über die Programmiersprache PHP angeforderte Daten in diese Webseiten integriert. Mit den Befehlen

novatrend@server1:~$ service apache2 status
 * apache2 is running
novatrend@server1:~$ service mysql status
mysql start/running, process 9455

können Sie nachsehen, ob die Server laufen. Die selbsterklärenden Parameter start, stop, restart, reload, force-reload starten entsprechende Aktionen. Beide Server sind nun unter einer bestimmten Portnummer erreichbar. Der Apache-Server belegt Port 80, der MySQL-Server Port 3306. Beim Apache können Sie das leicht nachprüfen, wenn Sie in einem Browser diese URL

http://[Root-Server-IP-Adresse]:80/

eingeben. Sie erhalten eine freundliche Begrüssungsseite Ihres Webserver (It works!) mit einem Überblick über die Konfiguration. Lesen Sie diese Seite!

Ubuntu Apache 2 Default Page
Ubuntu Apache 2 Default Page
Da ausser Ihnen nun jeder, der mit dem Internet verbunden ist, diese Seite lesen kann (wenn er denn Ihre IP-Adresse) kennt, sollten Sie aus Sicherheitsgründen, bevor Sie weitermachen, diese Begrüssungsmeldung von Ihrem Server entfernen oder umbenennen (Entfernen ist sicherer 🙂 ). Um den Inhalt zu erinnern, können Sie die Seite ausdrucken oder lokal speichern.

novatrend@server1:$ sudo rm /var/www/html/index.htm

Nachdem Sie die Seite entfernt haben, wird ein leeres Verzeichnis angezeigt, sowie Informationen über Ihren Root-Server angezeigt.

Leeres Verzeichnis mit Serverinformationen
Leeres Verzeichnis mit Serverinformationen
Alle Dateien, die in diesem Verzeichnis liegen, können von jedem gelesen werden. Wenn Sie beispielsweise eine PDF- oder Zip-Datei in dieses Verzeichnis legen, kann jeder sie herunterladen. Wenn sich im /var/www/html/ Verzeichnis eine Datei index.html befindet, wird das Verzeichnis nicht angezeigt, sondern die index.html Datei an Ihren Browser geschickt. Mit der Begrüssungsseite funktionierte das so, bevor wir sie gelöscht haben. Um sicher zu gehen, dass niemals der Inhalt eines Verzeichnisses angezeigt wird, können Sie dieses Verhalten auch ausschalten. Die sicherste Variante ist, wenn Sie in der Datei /etc/apache2/apache2.conf den folgenden Befehl einfügen und danach den Server neu starten Editoraufruf

sudo vi /etc/apache2/apache2.conf

mit i Einfügemodus einschalten, runterscrollen bis Zeile 165 (siehe Screenshot) und die Zeile mit dem Inhalt

Options Indexes FollowSymLinks

ersetzen durch

Options -Indexes +FollowSymLinks
Konfiguration Apache
Konfiguration Apache
Mittels Escape Taste den Einfügemodus und VI mit :wq und Enter beenden und den Webserver neu starten

sudo service apache2 reload

Die Verzeichnisanzeige ist nun verschwunden. Was man aber immer noch sieht ist folgendes:

Apache/2.4.7 (Ubuntu) Server at 46.232.178.78 Port 80

Diese Information steht in der Datei /etc/apache2/conf-enabled/security. Rufen Sie die Datei auf und ändern Sie die Werte für ServerTokens und ServerSignature

sudo vi /etc/apache2/conf-enabled/security.conf

...
ServerTokens Prod
...
...
ServerSignature Off
...

Sie können auch ohne Browser mit dem Befehl curl schnell nachsehen, was der Webserver an Informationen ausliefert. In meinem Fall sieht es so aus

novatrend@server1:/var/www/html$ sudo curl -I http://46.232.178.78/
HTTP/1.1 403 Forbidden
Date: Wed, 27 Aug 2014 17:02:12 GMT
Server: Apache
Content-Type: text/html; charset=iso-8859-1

Jetzt gibt es weder Verzeichnisse noch Versions- und Distributionshinweise.

PHP

Sie können auf einfache Art feststellen, ob PHP angesprochen wird. Legen Sie sich eine Datei info.php im öffentlichen Dokumenten Verzeichnis an, und rufen die Funktion phpinfo() auf. Anlegen der Datei:

novatrend@server1:$ sudo touch /var/www/html/info.php
novatrend@server1:$ sudo vi /var/www/html/info.php

Fügen Sie die folgenden Befehle ein und speichern Sie die Datei

<?php
phpinfo();
?>

Rufen Sie im Browser

http://46.232.178.78/info.php

auf . Sie erhalten eine lange Liste mit Infomationen über Ihren LAMP Stack

PHP Info
PHP Info

MySQL

Ihr MySQL Server läuft und Sie können nun daran gehen, eine Anwendung zu installieren, die auf PHP und MySQL aufsetzt, wie beispielsweise die Content Management Systeme WordPress, Joomla und Drupal. oder die Dropbox Alternative ownCloud.


tl:dr Sie können mit einem Befehl eine Umgebung für eine Website wie beispielweise ein Content Management System auf Ihrem Root-Server installieren. Mit ein paar mehr Handgriffen können Sie auch noch die Sicherheit erhöhen.