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Non-fungible tokens und die Kunst

In den letzten Wochen erhielten NFT grosse Öffentlichkeit.

Der Auslöser war die Versteigerung des digitalen Kunstwerks (EVERYDAYS – THE FIRST 5000 DAYS) des bis dahin weiten Kreisen unbekannten Künstlers Beeple (Mike Winkelmann) über das Auktionshaus Christies. Das Werk erlöste USD 69.346.250 USD, bezahlt wurde mit  42.329 Ether, der Währung der Ethereum Blockchain (Link zur Auktion)!
Damit ist Beeple aus dem Stand der „drittwertvollste“ lebende Künstler der Welt.

https://en.wikipedia.org/wiki/List_of_most_expensive_artworks_by_living_artists
https://en.wikipedia.org/wiki/List_of_most_expensive_artworks_by_living_artists

Die Käufer Vignesh Sundaresan, alias Metakovan, and Anand Venkateswaran, alias Twobadour, auf Twitter @vigsun und @viananda, sagen in einem Interview, dass es bei dem Kauf darum ging, Inder sowie People of Color zu unterstützen.

Für mich stellten sich viele Fragen, unter anderen diese:

  1. Über welche Plattform wurde das Geschäft abgewickelt?
  2. Welche Blockchain wurde genutzt?
  3. Wer ist Mike Winkelmann, was hat es mit diesem Kunstwerk auf sich und womit ist es erstellt?
  4. Wer sind die Käufer, im speziellen bei diesem Geschäft und natürlich so grundsätzlich?

1. Über welche Plattform wurde das Geschäft abgewickelt?

Die Plattform über die das Christies Geschäft abgewickelt wurde, heisst MakersPlace und wurde 2018 gegründet. Sie ist eine blockchainbasierte Plattform für digitale Produkte. Makersplace gehört Onchain Labs Inc.

2. Welche Blockchain wurde/wird genutzt?

MakersPlace nutzt die Ethereum Blockchain und dort Non-fungible tokens (NFT).

EVERYDAYS: THE FIRST 5000 DAYS
token ID: 40913
wallet address: 0xc6b0562605D35eE710138402B878ffe6F2E23807
smart contract address: 0x2a46f2ffd99e19a89476e2f62270e0a35bbf0756
non-fungible token (jpg)
21,069 x 21,069 pixels (319,168,313 bytes)
Minted on 16 February 2021. This work is unique.

In einer Blockchain gibt es fungible (austauschbare) und non fungible (nicht austauschbare) Tokens. Eine Geldmünze ist beispielsweise austauschbar. Ein Bitcoin oder ein Ether ebenfalls. Ein nicht austauschbares Token ist einmalig, genau wie ein Kunstwerk, ein Gebäude oder viele andere Dinge.

Was NFTS sind, erklärt dieses Video sehr gut und recht ausführlich.

Dieses Video fasst es eher popkulturell zusammen 🙂

Hier klicken, um den Inhalt von Twitter anzuzeigen.
Erfahre mehr in der Datenschutzerklärung von Twitter.

3. Wer ist Mike Winkelmann und was hat es mit diesem Kunstwerk auf sich?

Mike Winkelmann ist Grafik-Designer. Er erstellt seit mehr als 5000 Tagen das Werk „Everydays“. Jeden Tag baut er mit der Software Cinema4D ein Bild und wird das auch weiterhin machen. Versteigert wurden die ersten 5000 Werke, zusammengefasst in einem JPEG Bild.

Auf der Plattform MakersPlace ist ein 8minütiges Video von Winkelmann, in dem er die Zusammenhänge und seine Arbeitsweise erklärt. Hier ist ein kleiner Ausschnitt davon auf YouTube.

Er selbst sieht sich nicht als Künstler.

Die Zusammenhänge zwischen der Versteigerung, seinem Werk und NFT werden in diesem Video sehr gut beschrieben.

Wer sind die Käufer? Im speziellen bei diesem Geschäft und natürlich so grundsätzlich?

Das ist Winkelmanns Profil bei auf MakersPlace (https://makersplace.com/beeple/). Jeder kann dort seine Kunst kaufen und vor der Auktion bei Christies hat er bereits andere Zusammenfassungen seiner Everydays verkauft.

Hier ein interessantes Unboxing Video eines Käufers. Er hat ein Werk von Beeple gekauft und erhält dafür ausser dem Token eine Art digitalen Bilderrahmen.

Die Käufer von Everydays: The First 5,000 Days sind gut für eine eigene Story.

Vignesh Sundaresan (Singapur) ist ein früher Ethereum Investor. Es investierte in mehrere Firmen, unter anderem in einen Bitcoin-Automaten (ATM) Aufsteller in 18 Ländern, sowie die Platform Dezentraland und das Tezos Projekt.

Anand Venkateswaran (Chennai) war Journalist und ist ebenfalls in der Kryptowelt aktiv mit lendroid.com (Decentralized Finance – DeFi und NFT)

Beide betreiben gemeinsam den Metapurse Fund (metapurse.fund).

Die Motivation für den Kauf war:

The point was to show Indians and people of color that they too could be patrons, that crypto was an equalizing power between the West and the Rest, and that the global south was rising

https://news.artnet.com/art-world/beeple-buyers-metakovan-twobadour-1953418

Ein Interview mit beiden gibt es hier. Dort beschreiben sie auch ihre Zukunftspläne.

So what we want is to build a massive monument for this particular work of art which exists only in the virtual world. We have a wish list—a dream, so to speak, of some of the most prominent architects on the planet. We’d like to collaborate with them to design something that can exist only in this virtual space and then install this art in it and open it up to the world. The dream is to build the monument and, in two months’ time or so, share a link with you so that you—wherever you are in the world—at the click of a button, can experience the grandeur of this work.

https://news.artnet.com/market/the-buyer-of-the-69-million-beeple-nft-metapurse-1951561

Ausser Everydays: The First 5,000 Days haben sie weitere 20 Werke von Beeple im Wert von >2 Millionen USD gekauft. Ausserdem haben sie Beeple 2% der Tokens des Metapurse Fonds als Anerkennung übertragen (200.000 Tokens). Der Fond nutzt sogenannte B20 Tokens (b20.metapurse.fund). 10 Millionen davon wurden erzeugt und 3.8 Millionen seit dem 23.01.2021 verkauft (https://medium.com/metapurse/metapalooza-b-20-launch-3f13d4d0b28). Die Tokens können gehandelt werden und ein Token hat heute einen Wert von 6,46 USD (https://coinmarketcap.com/currencies/b20/). Anfang März, als das Werk von beiden gekauft wurde, lag der Wert bei 24 USD, davor bei 1 USD.

Mittlerweile gibt es B.20 Monuments und Digitale Beeple Art Museen bei Cryptovoxels, in Decentraland und im Somnium Space. Eine eher ernüchternde Beschreibung des Besuchs der Museen findet sich hier. Ich habe es mir auch angesehen und es erinnert doch stark an eine Insel in Second Life 🙂

https://www.cryptovoxels.com/play?coords=N@256E,219N
https://www.cryptovoxels.com/play?coords=N@256E,219N

Wie man die Museen in den entsprechenden Plattformen findet und was dort geboten wird, wird in diesem Video gut beschrieben.

Fazit

Ein Fazit fällt mir schwer 🙂

Ich halte das Thema für sehr interessant, besonders dass hier mehrere „Welten“, die bis vor kurzem wenig Überlappungen hatten, aufeinander treffen. Die Situation erinnert mich ein wenig an Second Life, das es übrigens immer noch gibt. Eine „Insel“ in Second Life ist ein bei der Firma Lindenlab gehosteter Server, den man kaufen/mieten konnte. So eine Insel war damals recht teuer, man konnte aber Grundstücke vermieten und schnell seine Investitionen herausbekommen.

Etwas ähnliches passiert gerade in den oben beschriebenen Projekten und Märkten, aber viel umfassender. Kryptowährungen werden verknüpft mit dem existierenden Kunst- und Sammlermarkt, sowie dem Bank- und Versicherungswesen im Allgemeinen. Vielleicht haben Ersteller:innen digitaler Güter dadurch in der Zukunft erstmals eine realistische Möglichkeit der Vermarktung ihrer Werke.


tl;dr: Vielleicht haben Ersteller:innen digitaler Güter in der Zukunft erstmals eine realistische Möglichkeit der Vermarktung ihrer Werke.

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Content Management Systeme seafolly.ch

Webverzeichnisse mit Joomla & SobiPro

Als Webverzeichnis oder -Katalog versteht man eine Sammlung von Inhalten im Internet. Dabei geht es grundsätzlich um das sammeln, sichten und kategorisieren von Informationen. Der Verzeichnisdienst kann kostenlos oder kostenpflichtig sein.

Hier ein paar Beispiele für Verzeichnisse:

  • alle Antiquitätengeschäfte im Languedoc Roussillon
  • die schönsten Strände weltweit
  • Drei Sterne Restaurants
  • Kunstgalerien in der Schweiz
  • Events einer Region
  • Gebrauchtwagen
  • Superyachten 🙂

Auch Dienste wie Ebay oder Airbnb sind letztlich Verzeichnisdienste. In diesen Fällen geht es um Auktionen oder Übernachtungsmöglichkeiten. Verzeichnisse können automatisch oder manuell erstellt werden. Sie können von einer Redaktion oder den Besuchern selbst erstellt werden.

Durch die massenhafte und automatische Erfassung von Daten durch Unternehmen wie Google sind kleinere, lokale Verzeichnisse etwas ins Abseits gedrängt worden. Nichtsdestotrotz besteht aber immer ein Bedarf nach gut gepflegten Verzeichnissen (Wo ist das nächste Restaurant, der nächste Geldautomat, eine preisgünstige Tankstelle, die schönsten Gärten, usw.?).

Im Rahmen des seafolly.ch Projekts haben wir über Verzeichnisse nachgedacht und sind dabei über die schon fast legendäre Erweiterung SobiPro für Joomla „gestolpert“. Seit 2006 besteht dieses Projekt und hat sich mittlerweile zu einem leistungsfähigen System mit Content Construction Eigenschaften, zusätzlichen besonderen Feldern, Zugriffsrechten, erweiterten Suchmöglichkeiten, Geschwindigkeitesoptimierungen und natürlich responsiven Templates gemausert. Mit der integrierten PayPal Funktion können Sie die Einträge in ihrem Verzeichnis oder bestimmten Feldern eines Verzeichnisses sogar verkaufen und damit einem Marktplatz erstellen!

Die Software steht unter GPLv3 Lizenz und kann einfach in Joomla installiert werden. In diesem Artikel möchte ich Ihnen ein Beispiel zeigen.

Wir erstellen ein Verzeichnis des Kunstmarkts in der Schweiz.

Installation

Erweiterung SobiPro installieren
Erweiterung SobiPro installieren

SobiPro - Control Panel
SobiPro – Control Panel

SobiPro - Im Menü verlinken
SobiPro – Im Menü verlinken

SobiPro - Beispielverzeichnis auf der Website
SobiPro – Beispielverzeichnis auf der Website

SobiPro - Sprachdatei installieren
SobiPro – Sprachdatei installieren

Die Kategorienamen können einfach editiert werden. Ich habe im Beispiel nur die Kategorien der ersten Hierarchiestufe genutzt und umbenannt. Kategorien können beliebig geschachtelt werden.

SobiPro - Kategorien
SobiPro – Kategorien

Auf der Website sieht das dann so aus:
SobiPro - Kunstmarkt
SobiPro – Kunstmarkt

Die Icons sind konfigurierbar, ich habe Standard Icons ausgewählt.

Eintrag hinzufügen

Ein Klick auf Eintrag hinzufügen zeigt das Formular aus dem Business Directory, wie es ein Besucher der Site sieht.
Je nach Konfiguration ist es möglich als Besucher der Site oder als registrierter Benutzer neue Einträge vorzunehmen. Im Beispielfall ist das System so konfiguriert, dass manche Felder kostenpflichtig sind, hier beispielsweise das Logo.
Eine Zahlungsweise via PayPal ist im Standard enthalten.

Kunstmarkt - Neuer Eintrag
Kunstmarkt – Neuer Eintrag

Felder hinzufügen und bearbeiten

Die Felder und deren Bezeichnungen können Sie im Administrationsbereich im Felder-Manager konfigurieren. Dort können Sie auch festlegen, ob und wenn ja, wieviel die Nutzung von bestimmten Feldern kosten soll.

Kunstmarkt - Felder
Kunstmarkt – Felder

Repositories

Ausser den Standardfeldern gibt es auch zusätzliche Funktionen im SobiPro Repository zum Download, beispielweise ein GeoMaps Feld um die Adressdaten auf einer Google Map anzeigen zu können und nach Einträgen in der Nähe zu suchen. Dort finden Sie auch die Sprachdateien und andere Templates.

Templates

Templates sind ein interessantes Thema, denn es gibt fix und fertige Templates beispielsweise für Immobilienmärkte, Veranstaltungen, Gebrauchtwagen und Restaurants. Die Templates sind veränderbar und responsiv (Bootstrap).

SobiPro - Restaurant Template mit Maps, Galerie und Bewertungen
SobiPro – Restaurant Template mit Maps, Galerie und Bewertungen

Kosten

Das Geschäftsmodell von SobiPro ist, wie so oft, in Joomla ein Subskriptionsmodell. Die Basis-Erweiterungen sind kostenlos. Manche zusätzliche Erweiterung und die Nutzung des Supports setzen eine Subskription voraus. Um ein Gefühl für die Kosten zu bekommen: Für etwa 60 Euro (Silber Subskription) erhält man drei Monate Zugriff auf alle zur Verfügung stehenden Erweiterungen, auf die komplette Dokumentation und einen Ticket Support.

Im Joomla Extension Directory gibt es eine eigene Kategorie zu SobiPro in der mehr als 50 Erweiterungen für SobiPro gelistet sind.

Beispielseiten

Ein paar Beispielseiten von produktiven SobiPro Verzeichnissen

Fazit

SobiPro ist ein interessanter Einstieg in das Thema Verzeichnisse. Es ist eine Mischung aus vordefinierten Elementen und einem Content Construction Kit. Man kommt schnell zu ersten Erfolgserlebnissen und kann bei Bedarf sehr individuelle Einstellungen und Konfigurationen vornehmen.

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