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Betriebssysteme

Apple macOS Sierra Version 10.12

Ein Artikel über ein Apple Betriebssystem?
Ich versuche es mal 😉
Letzte Woche gab es Betriebssystem Updates bei Apple. Da es in unserem Haushalt mehrere Geräte gibt (Telefone, Laptops) gibt es im Fall eines Update immer etwas zu tun. Meistens merke ich keine großen Unterschiede nach der Installation des Updates, aber ich lese immer von unzähligen neuen Features. Bei näherem Hinsehen sind das dann Änderungen oder Erweiterungen, die ich oft nicht benötige oder die Anwendungsfälle betreffen, die ich nicht habe. Bei diesem Update sind mir ein paar Veränderungen positiv aufgefallen. Daher möchte ich es diese Woche mal mit einem recht persönlichen Apple „Fanboy“ Artikel versuchen.

Warum benutze ich Apple Produkte?

Zunächst stellt sich natürlich die Frage, warum ich überhaupt Apple Produkte benutze, wenn ich doch über Open Source Software schreibe. Die Antwort ist ziemlich pragmatisch. Bevor ich zum „Apple User“ wurde, hatte ich meistens Laptops mit einer parallelen Linux und Windows Installation (vor etwa 10 Jahren). Wenn ich allerdings meinen Laptop schnell mal zu- und dann wieder aufklappte, ging meistens irgendwas nicht, beispielsweise das WLAN. Bei den Apple Nutzern, die ich sah, schien das zu funktionieren. Ich probierte beim nächsten anstehenden Laptop Kauf also mal ein MacBook aus und bin seither bei Apple geblieben. Ich kaufe meistens die absoluten Standardmodelle, weil ich keine großen Ansprüche an Speicher und Geschwindigkeit habe. Das Backup mit der Time Machine funktioniert hervorragend, die Integration mit der Stereoanlage und Airplay auch. Linux läuft auf dem NOVATREND Server und bei mir lokal in virtuellen Maschinen und ich bin mit der Kombination zufrieden. Sogar der Wiederverkaufswert der Geräte nach mehr als 3 Jahren ist gut.

Bei Telefonen war es ähnlich. Erst hatte ich kein Telefon, dann eins mit Android, dann die Nexus Geräte von Google mit Cyanogen und seit einem Jahr ein iPhone. Vor dem Wechsel hatte ich mit dem Fairphone geliebäugelt. Seit einem Jahr kann ich nun auch überall im Haus die Musik auswählen und die Lautstärke regeln 🙂 (Ich hatte natürlich auch so eine AirPlay App auf dem Android Telefon aber so richtig hat das nie funktioniert). Einen Fernseher haben wir nicht, also auch kein Apple TV und auch eine Apple Watch ist nicht geplant (so gar nicht 😉 ).

Momentan überlege ich mit dem Laptop wieder zu Linux (Ubuntu) zu wechseln und tatsächlich ein Fairphone zu kaufen. Beste Voraussetzungen also um einen macOS Sierra Fanboy Artikel zu schreiben 🙂

macOS Sierra

Der kostenlose Download war bei mir gute 4GB groß und da es in unserem Haushalt drei Mac OS X Geräte gibt und die Internetverbindung manchmal recht langsam ist, dauerte es ein wenig, bis alles heruntergeladen und installiert war. Die auffälligste Neuerung ist zunächst mal der Name. Das Produkt heißt nicht mehr Mac OS X sondern macOS Sierra (Version 10.12). Der Grund ist einfach eine Vereinheitlichung der Plattformen bei Apple, iOS, watchOS, tvOS und nun halt auch macOS.

About This Mac
About This Mac

Speicherspielchen

Nach der Installation des Updates fiel mir auf, dass ich plötzlich mehr Festplattenplatz zur Verfügung hatte. Ich weiß nicht mehr genau, wie viel vorher frei war, aber es waren immer so um die 15-20GB freier Plattenplatz. Nach dem Update waren es jedenfalls 36,97 GB – gut!

macOS Sierra - Storage
macOS Sierra – Storage

Danach entdeckte ich, dass ich den Speicherplatz jetzt auch verwalten kann – nochmal gut!

Manage Storage
Manage Storage

Dazu muss ich anmerken, dass Apple natürlich daran interessiert ist, iCloud Storage zu verkaufen und daher als erste Option zur Optimierung anbietet, den Dokumenten – und den Desktop Ordner, sowie alle Fotos in die iCloud zu verlegen. Wenn kein Platz mehr auf dem lokalen Rechner ist, werden Dateien automatisiert gelöscht und bei Bedarf neu geladen. Das scheint auch hervorragend zu funktionieren, kostet aber natürlich Geld und wird pro Monat abgerechnet (5 GB sind kostenlos). Ich nutze diese Funktion nicht, da ich sie nicht wirklich brauche.

Aber die Speicherverwaltung gefällt mir gut, weil es jetzt einfacher ist, die Festplatte aufzuräumen. Außerdem kann man den Papierkorb so einstellen, dass Dateien nach 30 Tagen im Papierkorb gelöscht werden – gut!

Wo wir gerade beim Speichern sind. Wenn bei Notebook und Telefon Bluetooth eingeschaltet sind, kann man per Zwischenablage Dateien und Texte austauschen. Also beispielsweise einen Screenshot vom Telefon mal eben auf dem Laptop einfügen und anders herum. Das Ganze funktioniert erstaunlich gut.

Copy und Paste
Copy und Paste

Hier als Beispiel ein Screenshot meiner Kommandozeile auf dem iPhone, die gerade mit einem Raspberry Pi Computer verbunden ist (Das iPhone als Kommandozeile/Terminal funktioniert übrigens sehr gut).

Screenshot vom iPhone per Zwischenablage
Screenshot vom iPhone per Zwischenablage

Nur um den Screenshot hier in unser WordPress Blog System zu bekommen, muss ich ihn noch auf dem Computer abspeichern und dann auf den Server hochladen.
Feature Request: Es wäre gut, wenn WordPress per Zwischenablage „befüllt“ werden könnte :).

Bei der Gelegenheit habe ich übrigens einen Import von Fotos auf dem Telefon entdeckt ohne iTunes und ohne iCloud (Das gibt es bestimmt schon länger 🙂 ) – gut!

Import vom iPhone
Import vom iPhone

Picture in Picture Videos

Ich habe das mal zufällig auf dem Telefon entdeckt als ich ein Video auf YouTube angesehen habe. Man kann das Video, dass man gerade guckt nach unten ziehen. Dann wird es etwas kleiner, läuft aber weiter und man kann dann weiter auf YouTube nach anderen Videos suchen. So eine ähnliche Funktion gibt es nun auch in macOS Sierra im Safari Browser. Wenn du in einem Video Player auf einer Website das Picture in Picture Zeichen siehst …

Picture in Picture
Picture in Picture

… dann kannst du das Video „herausziehen“ und in eine Ecke am Bildschirm positionieren. So sieht das dann etwa aus:

Picture in Picture
Picture in Picture

Wenn du das Zeichen nicht siehst (beispielsweise bei YouTube), dann musst du zweimal rechts klicken. Nachdem ich verstanden habe, wie es geht, finde ich dieses Feature wirklich gut! Du kannst dir ein laufendes Video gewissermaßen in eine Ecke kleben, das Browserfenster minimieren und weiterarbeiten (wenn es mal eine nicht so komplizierte Arbeit ist). Hier ist das Video zum selbst ausprobieren:

Dateisystem AFPS

Apple führt mit macOS Sierra ein neues Dateisystem ein. Es heisst AFPS (Apple File System) und löst das fast 30 Jahre alte System HFS (Mac OS Extended) ab. Es wird von allen Apple Plattformen unterstützt (macOS, iOS, tvOS, watchOS). Ausser vielen anderen neuen Features (SSD optimiert, 64 bit, Snapshots, Clones, native Verschlüsselung) ist das Dateisystem AFPS ausschließlich Case Sensitive. HalloWelt.html und hallowelt.html sind also zwei Dateien. Das gab es auch schon vorher, aber nur, wenn man es explizit so eingestellt hat (Mac OS Extended (Journaled, Groß-/Kleinschreibung)).

Hinweis: Das Update auf macOS Sierra lässt auf deiner Platte alles beim Alten, die Platte wird also nicht umformatiert. So nach und nach will Apple APFS allerdings als Standard einführen und der Übergang ist 2017 geplant. 

Weitere Features

Die Spracherkennung Siri gibt es jetzt auch unter macOS Sierra, Apple Pay kann im Safari Browser genutzt werden, Benutzer einer Apple Watch können den Mac automatisch entsperren, wenn sie sich in der Nähe aufhalten, die iMessage App wurde überarbeitet und die Fotos App erkennt jetzt Gesichter.

Bei diesen Features weiß ich noch nicht so recht, ob sie mir eher Angst machen oder einen echten Nutzen für mich haben. Wie geht es dir?

Fazit

Es ist viel passiert in macOS Sierra und das Arbeiten damit gefällt mir gut. Auf der einen Seite wird die Integration der verschiedenen Apple Betriebssysteme immer besser, auf der anderen Seite kommen aber auch immer mehr Features, wie Siri, bei denen ich noch nicht weiß ob ich jemals mit meinem Computer sprechen möchte 🙂


tl;dr: Ich erzähle über Neuigkeiten in Apple macOS Sierra

 

 

 

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Allgemein Infrastruktur

Ein schnelles Web mit Instant Articles, der News App und Accelerated Mobile Pages?

Natürlich mag ich elegante Websites.
Natürlich betrachte ich gern gute Fotos und interessante Videos und lese gern gute Geschichten.
Ich mag auch elegante Autos, extravagante Kunst, Drei-Sterne Restaurants und sündhaft teure Modekreationen.

Den Grossteil meiner Zeit verbringe ich jedoch damit, mein Leben möglichst effektiv zu organisieren. Beim Online Einkauf mag ich einfache, logische Checkouts und verständliche Artikelbeschreibungen, Blogeinträge möchte ich einfach nur lesen und kein Brimborium drumherum haben. Wenn ich eine Website besuche, möchte ich meist ein Bedürfnis befriedigen oder ein Problem lösen, beispielsweise die Postadresse des Seitenbetreibers finden.

All das wird heutzutage unter dem Begriff User Experience subsumiert und diese Experience ist überlebenswichtig für Website Anbieter.

Was ich auf meinem Telefon nicht lesen kann, lese ich vermutlich nie.

Auch im Jahr 2016 ist schnelles mobiles Internet kein Standard. Ausser Chatten geht in vielen Gegenden Europas nichts, weil die Internet Verbindung einfach zu langsam ist. Ein Grund, warum Messaging Apps so beliebt sind.

Nun gibt es grundsätzlich immer zwei Möglichkeiten so ein Problem zu lösen.

  1. Schnelles Internet bereit stellen
  2. Die Informationen so aufbereiten, dass sie auch mit langsamer Internetverbindung aufrufbar sind.

Als Website Betreiber, der ich ja auch bin, kann ich den ersten Punkt nicht umsetzen, also bleibt mir nur die zweite Variante. Auch dort gibt es zwei Möglichkeiten:

  1. Eine „echte, aufwendige, bunte, schöne, durchgestylte“ Website und eine „abgespeckte“ mobile Variante
  2. Eine Website für alle, die sich an das Ausgabegerät anpasst (responsiv)

Die zweite Variante klingt auf jeden Fall zukunftssicherer bei der Vielfalt von mobilen Endgeräten die bereits existieren oder demnächst auf den Markt kommen. Content Management Systeme wie WordPress, Joomla und Drupal sind mittlerweile standardmässig responsiv. Unglücklicherweise steigt aber damit auch die Ladezeit einer Website, also die zu übermittelnde Datenmenge und die Anzahl der zu übertragenden Dateien an.
Beide Effekte verlangsamen den Transport und Aufbau eine Website auf einem Telefon ungemein.

Um diesen Tweet lesen zu können, werden im Browser 470,7 Kilobyte übertragen (470,700 Byte). Der relevante Text besteht bei einem Tweet aus maximal 140 Zeichen. Ein Zeichen könnte man in einem Byte darstellen, maximal in 2 Bytes. Es werden also etwa 1,650 oder 3,300 mal soviele Bytes übertragen um 140 Zeichen (in 1 oder 2 Bytes) darzustellen und das in 30 Dateien!

Datenmenge eines Tweets im Browser

Nun ist das kein spezifische Problem von Twitter sondern betrifft mehr oder weniger jede Website.

Ein paar Beispiele:

Selbst die Startseite unseres Blogs bringt es auf 247,800 Byte und 23 Dateien. Ich habe aber auch gelernt, dass wir damit im Vergleich zu anderen Websites recht niedrig liegen 🙂

Werbung

Ein immer grösser werdender Posten bei den Ladezeiten sind datenintensive Werbeformen und Tracking Scripte. Ein sehr eindruckvoller Vergleich der Ladezeiten von Werbe- und redaktionellen Inhalten hat die New York Times für die USA dargestellt (The Cost of Mobile Ads on 50 News Websites – New York Times).

The Cost of Mobile Ads on 50 News Websites - New York Times

Was tun?

Was kann der Einzelne jetzt tun, um Websites schlanker zu machen? Einen besonders konsequenten Schritt geht Felix von Leitner mit seinem Angebot Fefes Blog (Wikipedia). Er verzichtet auf alles unnötige, nutzt HTML und schafft es, alle Artikel für den Monat Februar in 19,300 Bytes darzustellen – in EINER Datei!
Auch die Ladezeit dürfte der Beliebheit seines Blogs sehr gut tun.

Fefes Blog

Jetzt kommst du und sagst:

Ja, ja, das ist Fefe mit seinem Textblog, aber ich brauche doch Photos und Videos und Slider und JavaScript Frameworks …

Was machen die Grossen?

Die Diskussion entging den „üblichen Verdächtigen“ natürlich nicht und so erfand Facebook das Produkt Instant Articles, Apple die App News und Google schliesslich Accelerated Mobile Pages.

Facebook Instant Articles

Instant Articles werden sehr schnell dargestellt, sollen Verlage zu Facebook locken und Besucher auf der eigenen Plattform halten. Die Werbeeinnahmen von Facebook werden im Verhältnis 30/70 geteilt, 70% gehen an den Content Lieferanten.

Apple News App

Apple News ist eine News App, die momentan in UK, USA und Australien angeboten wird und ähnlich wie Flipboard ein persönliches Nachrichten-Feed anbietet das schnell läd und schön aussieht.

Google Accelerated Mobile Pages

Und jetzt kommt Google und erfindet mit dem Open Source Projekt AMP das einfache Web mehr oder weniger neu.

Auf Github findet sich der Quellcode (https://github.com/ampproject) und damit möchte Google das Web „great again“ machen.

Um ein Facebook Instant Article Publisher zu werden, muss man sich bewerben.
Um in die Apple News App zu kommen, muss man sich ebenfalls bewerben.

Google dagegen kommt zu dir und sieht nach, ob du eine AMP Version deiner Website betreibst. Wenn ja, wirst du in den Suchergebnissen bevorzugt behandelt. Wenn nein … tja … dann eben nicht!

Ich will nun gar nicht über Themen wie Plattformen, Marktmacht, Verlage und Inhalte sprechen, ich finde die Angebote der grossen Drei durchaus interessant. Sie erfinden gerade etwas neu, was es eigentlich schon gibt – HTML!
Sie erfinden es aber so, dass meine Bedürfnisse von oben vermutlich perfekt erfüllt werden.

AMP und deine Website

Da Facebook Instant Articles und die Apple News App für einfache Website Betreiber zunächst noch eher uninteressant sind, will ich etwas genauer auf Googles AMP Projekt eingehen. Das AMP Prinzip entspicht der bereits oben aufgeführten Problemlösung: Eine „echte, aufwendige, bunte, schöne, durchgestylte“ Website und eine „abgespeckte“ mobile Variante“, wobei die AMP Version die mobile Variante ist. Die AMP Version deiner Seite wird dem Besucher allerdings nicht automatisch auf dem Mobilgerät angezeigt, sie wird „nur“ über sogenannte AMP consumers genutzt, beispielsweise Google Search.

  • WordPress:
    WordPress bietet ein offizielles AMP Plugin an. Es erzeugt dynamisch AMP-kompatible Versionen deiner Seiten, die über den Zusatz /amp/ am Ende des URL aufrufbar sind. Wenn du beispielsweise einen WordPress Artikel mit der dem URL http://example.com/2016/02/29/mein-artikel/ hast, dann wird die AMP Version über http://example.com/2016/02/29/mein-artikel/amp/ aufgerufen. AMP-Aufrufe von Seiten (Pages) werden momentan nicht unterstützt.
  • Joomla:
    Es lässt sich momentan (29.2.2016) nichts im Extension Directory finden, aber hinter den Kulissen schreiben viele Anbieter Plugins für AMP. Hier ein Beispiel: Weeblr – Accelerated Mobile Pages for Joomla
  • Drupal:
    Das Drupal Modul AMP ist für die Drupal 8 als Beta Version verfügbar. Damit es funktioniert, wird die PHP AMP Library benötigt und das AMP Basis Theme. Die Installation beschreibt der Artikel AMPing up Drupal sehr gut. Für Drupal 7 liegt das Modul leider noch nicht vor und so muss ich unser Blog entweder auf Drupal 8 updaten oder auf das entsprechende Modul für Drupal 7 warten.

Fazit

Ein deutliches hmmmm :).
Ich weiss noch nicht so recht, was ich davon halten soll. Grundsätzlich sind alle drei Ideen gut durchdacht. Sie dienen aber vermutlich hauptsächlich dazu, Besucher auf der jeweiligen Plattform zu halten, weil die dort angebotenen Inhalte so schön und schnell laden. Facebook und Google können dann prinzipiell mehr Werbung verkaufen, im Falle von Facebook werden die Erlöse mit dem Inhaltsanbieter geteilt.
Bei aller Schönheit und Schnelligkeit darf man nicht vergessen, dass HTML diese Funktionalität bereits heute sehr effizient bietet. Bei Websites wie Fefes Blog beispielsweise würde eine Technik wie AMP die Grösse nur unnötig aufblähen und die Ladezeiten vergrössern.


tl;dr: Das schnelle Web wird gerade jeweils von Facebook, Apple und Google neu erfunden.