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Der Brave Browser ist …

Der Brave Browser ist ein Open Source Projekt. Das Projekt wurde im Jahr 2015 von Brendan Eich und seiner Firma gestartet. Das ist insofern bemerkenswert, weil Brendan Eich JavaScript erfunden hat, sowie Mitgründer und zeitweise CTO des Mozilla Projekts war. Der Brave Browser basiert auf dem ebenfalls als Open Source Software verfügbaren Chromium Projekt, das im Jahre 2008 parallel zum Google Chrome Browser erschien. Das Chromium Projekt beinhaltet zum Grossteil den Quellcode aus dem Browser Google Chrome. Viele andere Projekte bauen ebenfalls auf Chromium auf, unter anderem der Opera Browser. Auch Microsoft wird beim Nachfolger des Edge Browsers, der in der ersten Jahreshälfte 2019, mit einem Windows Update, erscheinen soll auf Chromium als Basis setzen.
Die Pünktchen in der Überschrift kannst du mit deinen Erfahrungen später füllen, denn der Brave Browser bewegt sich auf einem sehr sensiblen Terrain. Das Ziel des Projekts ist nicht weniger als die Veränderung des Online Werbemarkts zugunsten der Firma Brave Software und der einzelnen Publisher sowie zu Lasten der bestehenden „Tracking und Zählpixel Infrastruktur“ von Google und vielen Medienhäusern.

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April? April! Eine kleine Medienkompetenzübung

Jedes Jahr erscheinen am 1. April weltweit merkwürdige Meldungen. Da heute wieder ein erster April ist, habe ich ein paar Beispiele aus den letzten Jahren zusammengestellt, damit es dir leichter gelingt solche Meldungen zu erkennen, obwohl, manche Ideen sind durchaus bemerkenswert.

Im Zeitalter von Fake News sind Anlässe wie der erste April eine echte Medienkompetenzübung 🙂

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Wie ist das eigentlich mit der Digitalisierung im Jahr 2019?

Digitalisierung ist seit Jahrzehnten in aller Munde. Es geht dabei um die Umwandlung von etwas Analogem wie einer Schallplatte in etwas Digitales, beispielsweise eine MP3 Datei oder das Negativ eines Fotos in eine Bild Datei. Das klingt normal und die meisten Menschen denken überhaupt nicht mehr darüber nach.
Aber warum will man etwas digitalisieren?
Wenn Töne und Bilder erstmal digital verfügbar sind, so kann man sie besser archivieren, durchsuchen, verteilen, bearbeiten und natürlich auch ohne Qualitätsverlust kopieren. Den Prozess der Digitalisierung gibt es schon länger. Anfang des 19. Jahrhunderts wurden Muster in Webstühlen digitalisiert. Die Braille Schrift wurde 1829 erfunden, Morsezeichen 1837.
Seit etwa 50 Jahren können Daten als Ergebnis der Digitalisierung auf „praktischen“ Datenträgern gespeichert werden. Durch diese Art der Speicherung werden die Daten bei Bedarf geladen und elektronisch verarbeitet. Die Elektronische Datenverarbeitung (EDV) bestimmt daher immer mehr Bereiche des Lebens.

Vor ein paar Tagen tweetete Benjamin Grossing:

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Steemit, Smart Media Tokens und WordPress!

Steemit.com ist auf den ersten Blick eine Blogging Plattform wie WordPress.com. Jeder kann sich dort ein Benutzerkonto anlegen und Artikel veröffentlichen. Andere Benutzer können Kommentare posten, sowie Artikel und Kommentare bewerten.

Steemit kann allerdings mehr. Die Plattform ist vergleichbar mit einem Computerspiel, bei dem die Spieler um Aufmerksamkeit und Belohnungen konkurrieren, indem sie Inhalte einbringen und dadurch einen „Mehrwert“ für die Plattform schaffen. Als Motivation gibt es Belohnungen (Punkte). Wie in einem Computerspiel, erhält man einen Gegenstand oder eine im Spiel gültige Währung für bestimmte Aktionen. Wenn diese Spielwährung oder die Spielgegenstände zwischen den Benutzern im Spiel übertragbar sind, können diese auf entsprechenden Märkten ge- und verkauft werden.

Das besondere am Steemit Spielsystem ist, dass die Inhalte in einer Blockchain gespeichert werden. Dadurch sind die Belohnungspunkte keine einfachen Punkte, sondern handelbare Tokens. Die heißen Smart Media Tokens.

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Blockchain: So unterscheiden sich Bitcoin und Ethereum

Nachdem wir in den ersten beiden Teilen dieser Artikelreihe gesehen haben, welches Problem mit einer Blockchain überhaupt gelöst werden soll (Blockchain: Byzantinische Generäle und das CAP Theorem) und wie man das technisch realisieren könnte (Blockchain: Hash Funktionen und Merkle Bäume), geht es heute um die Lösungsansätze in Bitcoin und Ethereum.

Gemeinsamkeiten

Beide Blockchains sind jeweils ein grosser Merkle Baum, der aus sehr vielen Ästen besteht. Heute sind es bei Bitcoin etwa 150 GByte „Äste“. Bei Ethereum gibt es je nach Implementierung des Nodes unterschiedliche Grössen zwischen 25 und 40 GByte. Alle Vorgänge (Transaktionen) in dieser doch recht gewaltigen Menge an Daten sind über Hashs miteinander verkettet. Jeder, der die Daten der Blockchain hat, kann (und sollte) die Richtigkeit der Daten überprüfen. Bei der Überprüfung der Daten werden die einzelnen Blöcke von physikalisch getrennten Computern geladen. Das ist so ähnlich wie bei den Dateien im Bittorrent Protokoll. Nach erfolgter Überprüfung ist man ein Teil des verteilten Projekts, ein sogenannter Node.

Eigenschaften

Die beiden Systeme sind keine „Konkurrenten“ sondern konzentrieren sich auf unterschiedliche Aufgaben. Während Bitcoin „nur“ eine Währung ist, bietet Ethereum eine Währung namens Ether und eine Möglichkeit Verträge abzuschliessen. Einen Vertrag kann man sich dabei wie einen Service mit bestimmten Regeln vorstellen, der automatisiert abgeschlossen und erfüllt wird. Der Start der beiden Projekte verlief unterschiedlich.

Bitcoin war gewissermassen plötzlich da. Der erste Block der Blockchain wurde erzeugt wie alle folgenden Blöcke auch. Bei Ethereum gab es einen Vorverkauf der Währung Ether zu festgelegten Kursen. Ethereum selbst startete dann ein Jahr später. Beide erzeugen Konsens durch Arbeit, die geleistet werden muss (Erzeugung von Hashwerten aus Transaktionen). Ethereum plant allerdings einen Konsens Algorithmus zu nutzen, der auf Beteiligung basiert. Das ist insofern wichtig, da die Arbeit momentan sehr viel elektrische Energie verbraucht und ein Beteiligungsalgorithmus „Strom spart“. Bitcoin benutzt den SHA-256 Standard zur Erzeugung der Hashes, Ethereum benutzt das eigene System Ethash. Ein Block wird bei Bitcoin alle 10 Minuten erzeugt, bei Ethereum alle 14-15 Sekunden.

BitcoinEthereum
ErfinderSatoshi NakamotoVitalik Buterin
Start9.1.200830.7.2015
MethodeErster Block wurde erzeugt (Genesis Block)Vorverkauf in 2014 (2000 Eth kosteten 1 Bitcoin = ca. 600 US$)
Nutzung der Blockchain Währung (Bitcoin) Währung (Ether) und Verträge („Smart Contracts“)
Konsens Algorithmusdurch Arbeit (Proof of Work)momentan durch Arbeit (Proof of Work), später durch eine Form der Beteiligung (Proof of Stake). 
Mining SHA-256 Ethash
Blocktaktalle 10 Minuten alle 14-15 Sekunden

Es gibt noch viel mehr Eigenschaften und Unterschiede, insbesondere in Bezug auf Transaktionen. Für einen Überblick des grundsätzlichen Aufbaus reicht die obige Übersicht zunächst aus.

Blockchain

Allgemein sieht eine Blockchain aus wie in dieser Grafik.

Allgemeiner Aufbau einer Blockchain
Allgemeiner Aufbau einer Blockchain

Jeder Block besteht aus vier Teilen:

  1. dem Hash des Vorgängerblocks,
  2. dem Root Hash der Transaktionen (ein Merkle Baum)
  3. einem Zeitstempel (Timestamp)
  4. einer Nonce (Zeichenkette mit zufälligem Inhalt)

Aus diesen vier Bestandteilen wird der Hash des Blocks errechnet. Eine Blockchain ist also genau genommen die Kette vieler Merkle Bäume.

Bitcoin Blockchain

Bei der Bitcoin Blockchain geht es um die Verwaltung von Transaktionen. Wenn ich beispielsweise zwei Bitcoins an dich „überweisen“ will, so muss diese Transaktion per Hash Funktion in die Bitcoin Blockchain eingebaut werden. Eine vereinfachte Darstellung sieht dann so aus:

sehr vereinfachte Bitcoin Blockchain
sehr vereinfachte Bitcoin Blockchain

Jeder Block enthält Transaktionen von Bitcoin, also auch meine „Überweisung“.

Ethereum Blockchain

Bei Ethereum läuft das etwas anders. Eine Transaktion bei Ethereum ist der Status von Programmiercode.

sehr vereinfachte Ethereum Blockchain
sehr vereinfachte Ethereum Blockchain

Wenn es also um eine Überweisung der Ethereum Währung Ether geht, so wird der Status des Programms, welches die Ether verwaltet, gespeichert. Diese Besonderheit von Ethereum macht es möglich auch beliebige andere Zustände von Programmcode zu speichern. Dieses Feature heisst bei Ethereum Smart Contract. Ein Smart Contract ist auf den ersten Blick so etwas wie ein Vertrag mit einzelnen Paragraphen. Auf den zweiten Blick ist es ein Programm mit bestimmten speicherbaren Stati (Zuständen).

Anschaulichstes Beispiel sind vermutlich die CryptoKitties.

https://www.cryptokitties.co/
https://www.cryptokitties.co/

Das Eigentum einer CryptoKitty wird über einen Smart Contract auf der Ethereum-Blockchain vermerkt. CryptoKitties werden alle 15 Minuten „geboren“(672 pro Woche). Jede CryptoKitty wird in Form eines bestimmten Tokens dargestellt (ERC-721). Jedes Token (Katze) besitzt spezifische Attribute. Es gibt ein Limit von 4 Milliarden Katzen, die „gezüchtet“ werden können. Jede Katze hat eine bestimmte Erscheinung („Phänotyp“), die durch ihre unveränderlichen Gene („Genotyp“) bestimmt wird. Die Gene sind im Smart Contract gespeichert. Da die Katzen als Token in der Blockchain sind, können sie gekauft, verkauft oder digital übertragen („überwiesen“) werden.

Im Jahr 2018 werden viele Ethereum basierte Projekte an den Start gehen. Ein interessantes Projekt wird sicherlich die Kryptowährung Petro aus Venezuela.

Der Unterschied

Bitcoin ist also eher ein Produkt, Ethereum dagegen eine Platform auf der Produkte wie die CryptoKitties entwickelt werden können.

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