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Invidious und Nitter als Frontend für YouTube und Twitter

Wenn man mit einem Link auf ein Video bei YouTube oder einen Tweet auf Twitter verweist, dann meist, weil man diese Informationen nützlich, interessant, lustig oder auf eine andere Art und Weise wertvoll findet.

Leider werden alle, die einem solchen Klick folgen, auf den jeweiligen Plattformen zunächst aufgefordert, sich doch bitte bei der jeweiligen Plattform anzumelden, zu registrieren oder die entsprechende App aus dem App-Store zu laden um das Video oder den Tweet dort anzusehen. Ausserdem sammeln YouTube und Twitter beim Aufruf der Inhalte viele private Daten.

Besonders schade bei dieser Verfahrensweise ist, dass solche Links, auch hier im Blog, in durchaus guter Absicht gesetzt werden, der Aufruf der Inhalte aber immer zu einer gewissen “Aushorchung“ und Verwirrung der Interessierten führt.

Wie kann man es besser machen?

Für YouTube und Twitter gibt es verlässliche alternative Frontends, die auch von Plattformen akzeptiert werden. Du kannst sie einfach nutzen oder auch selbst hosten.

Damit es etwa klarer wird, zeige ich einfach ein paar vorher – nachher Screenshots (auf einem iPad im Browser).

Beispiel Twitter / Nitter

Wenn du einem Link zu einem Tweet folgst, so sieht es in deinem Browser etwa so aus …

Aufruf eines einzelnen Tweets in einem Browser https://twitter.com/hagengraf/status/1105604679679893505

Wenn du nun den gleichen Inhalt über das Web-Fontend Nitter aufrufst, sieht es aus wie im nächsten Screenshot. Der Tweet und alle Antworten werden angezeigt, es erscheint keine Werbung und Daten werden auch nicht gesammelt.

Aufruf das Tweets über Nitter: https://nitter.net/hagengraf/status/1105604679679893505

Beispiel YouTube – Invidous

Bei Youtube ist dieser Effekt noch erheblich grösser weil normalerweise ein Werbevideo vor dem eigentlichen Video abgespielt wird. Im folgenden Beispiel würde diese vorgeschaltete Werbung eine Minute! laufen. Neben dem Video sind ebenfalls Werbung und Hinweise, dass man sich doch bitte anmelden, registrieren oder auch die App benutzen könnte.

Aufruf eines Videos in. YouTube https://www.youtube.com/watch?v=o-YBDTqX_ZU
Aufruf eines Videos in YouTube https://www.youtube.com/watch?v=o-YBDTqX_ZU

Das gleiche Video über Invidious ist eine echte „Wohltat“.

  • Keine Werbung
  • keine Vorschläge für weitere Videos
  • keine Sammlung von Daten
  • eine übersichtliche Darstellung des Inhalts
Video über die Plattform Invidious https://invidious.sethforprivacy.com/watch?v=o-YBDTqX_ZU
Video über die Plattform Invidious https://invidious.sethforprivacy.com/watch?v=o-YBDTqX_ZU

Wie geht das ganz praktisch?

Nitter und Invidious sind dezentrale Anwendungen. Das heisst, du musst dir eine Instanz aussuchen, wenn du die entsprechenden Links zusammenstellst. Diese Vorgehensweise macht natürlich auch ein wenig Arbeit und du musst der entsprechenden Instanz “vertrauen“. Es wäre beispielsweise gut, wenn sie in fünf Jahren auch noch existiert damit dein Link noch aufgerufen werden kann. Beide Projekte führen deshalb Listen mit Instanzen, die bestimmte Parameter erfüllen.

Listen der vertrauenwürdigen Instanzen/Server

Die Auswahl den Nutzern überlassen

Wer selbst Links in Texten anbietet, kann auch auf eine Auswahlseite verweisen. Dort kann man dann indivuell entscheiden auf welcher Instanz man die Inhalt sehen möchte. Das obige Beispiel sieht dann so aus.

Auswahlsite für ein Video https://redirect.invidious.io/watch?v=o-YBDTqX_ZU

Konfiguration der Anzeige in Nitter

Nitter bietet im Frontend eine Konfigurationsseite an auf der du die Anzeige individualisieren kannst.

Nitter Frontend – Konfigurtionseinstellungen

Automatische Weiterleitung in Firefox

Für den eigenen “Surfbedarf“ gibt es beispielsweise für Firefox das Add-On LibRedirect. Es leitet alle Anfragen automatisiert auf alternative Frontends weiter.

Eigenes Hosting

Du kannst die Anwendungen natürlich auch selbst betreiben und damit das “Vertrauensproblem“ lösen. Wer Yunohost nutzt, kann beide per “Klick“ installieren (siehe auch unseren Blog Post: Einen Server mit Yunohost betreiben).

Fazit

Alternative Web-Frontends sind eine sehr gute Idee um den klassischen “Datensammel-Plattformen“ ein wenig aus dem Weg zu gehen. Ich habe mich in diesem Post auf zwei Alternativen beschränkt, es gibt aber weitaus mehr. Manche Plattformen sind damit einverstanden, manche Plattformen versuchen sich eher abzuschotten. Für Instagram gibt/gab es beispielsweise Bibliogram. Momentan funktioniert es leider nicht, da Instagram die Schnittstelle verändert hat.

Links


tldr: Du kannst die Datensammelei und die Werbung auf YouTube und Twitter umgehen

Von hagengraf

Ich erstelle bequeme und benutzerfreundliche Orte in virtuellen und physischen Umgebungen.

5 Antworten auf „Invidious und Nitter als Frontend für YouTube und Twitter“

Danke für den interessanten Artikel. Man könnte den Tweet oder das Video auch direkt einbetten. Dann braucht es auch kein Login. Oder spricht etwas dagegen ausser das es vom Webdesign her vielleicht nicht immer passt?

Danke 🙏 für den Tip. Ich kannte das Plugin bisher gar nicht. So grundsätzlich versuche ich möglichst wenige Zusatzplugins zu installieren weil ich mich lieber Browser unabhängig „bewege“. Aber es scheint gut zu sein 😀

Erwähnungen

  • hagengraf

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