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Vom #Aufstieg und der #Macht der #Hashtags

Kategorien gibt es schon lange. Nachrichtenmagazine beispielsweise teilen ihre Artikel in Themenbereiche auf. Politik, Ausland, Sport und Wirtschaft sind solche Themen. Bevor ein Artikel entsteht, wird er einem Themengebiet zugeordnet. Für jedes Themengebiet gibt es meist auch eine Gruppe in der Redaktion und die heisst Ressort. Ein Themengebiet könnte man auch Kategorie nennen und ein Artikel muss kategorisiert werden damit er geschrieben und auch schnell wiedergefunden werden kann. Dieses Kategorie-Prinzip gibt es überall. Bücher werden in Sachgebiete eingeteilt, Lebewesen in Arten und Familien, Aktien in Branchen und vieles andere mehr. Diese Art der Strukturierung ist allgegenwärtig und hilft uns den Überblick zu behalten.

Was aber passiert mit Dingen und Themen, für die es keine Kategorien gibt? Ein Beispiel: Seit ein paar Jahren gibt es viel Interesse an Fahrrädern. Nachrichten über Fahrräder waren aber schwer in klassischen Medien zu organisieren. Es gab dafür kein eigenes Ressort. Es gab nur ein Ressort für Automobile. Die Redaktion dafür bestand aus Personen, die über Autos schrieben. Fahrradthemen erschienen eher in Kategorien wie Hobby oder Familie. Das Fahrradthema wurde aber mit der Zeit immer grösser und so setzte man sich irgendwann in der Redaktion zusammen und erfand die neue Kategorie Mobilität. Jetzt hat man einen Ort für Automobile und Fahrräder und ist wieder auf dem aktuellen Stand. Das Prinzip funktioniert, ist aber sehr mühselig und es dauert vor allem lange in der Durchführung.

Und an genau dieser Stelle setzt die Macht der Hashtags an.

Die Geschichte der Hashtags

Ab 2004 entstand das Web 2.0. Der Nutzer wandelt sich vom reinen Konsumenten zu einem “Prosumemt“ der auch Inhalte selbst erstellt.

Die Inhalte werden nicht mehr nur zentralisiert von großen Medienunternehmen erstellt und über das Internet verbreitet, sondern auch von einer Vielzahl von Nutzern, die sich mit Hilfe von Social Software zusätzlich untereinander vernetzen. Im Marketing wird versucht, vom Push-Prinzip (Stoßen: aktive Verteilung) zum Pull-Prinzip (Ziehen: aktive Sammlung) zu gelangen und Nutzer zu motivieren, Webseiten von sich aus mitzugestalten.

https://de.wikipedia.org/wiki/Web_2.0

Für viele Inhalte, die ab 2004 im Netz auftauchten gab es keine Kategorien und Redaktionskonferenzen konnte es prinzipienbedingt nicht geben.

Wie behält man die Übersicht in diesem Meer aus Inhalten?

#sandiegofire

Chris Messina (@chrismessina) suchte eine Lösung für dieses Problem. Er suchte eine Art Ordnungskriterium für Tweets, so etwas wie eine Kategorie. Inspiriert von Chatrooms, deren Name immer mit dem Hashzeichen (#) begannen, „erfand“ er das Hashtag auf der damals noch kleinen und eher unbedeutenden Plattform Twitter. Er benutzte es selbst als Kennzeichnung für ein #barcamp.
Twitter lehnte das Konzept zunächst allerdings als zu „nerdy“ ab.
Chris war nach wie vor überzeugt von seinem Konzept und animierte seine Freunde dazu, zu benutzen.

Im Jahr 2007 schliesslich benutzten viele Twitter User anlässlich der Waldbrände in San Diego das Hashtag (#sandiegofire) und es funktionierte so gut, dass, wenn man das Hashtag benutzte, schnell eine Vielzahl von Inhalten zum Ereignis angezeigt bekam. Das Hashtag entwickelte sich zur Kategorie, die vom Benutzer einfach, ohne Redaktionskonferenz, erstellt werden kann. In 2009 baute Twitter dann eine Suche für Hashtags ein. 2010 startete Instagram und Hashtags waren von Anfang an dabei. Facebook zog 2013 nach. Nun waren Hashtags im Mainstream angekommen und spielten eine immer grössere Rolle bei Kampagnen.

Chris Messina sagt, er habe die Hashtags nicht für Twitter, sondern für jeden im Internet, erfunden. Wer schreiben kann, kann mit Hashtags an globalen Diskussionen teilnehmen, unabhängig von der Plattform. Erfolgreiche Beispiele für Hashtags sind beispielsweise #metoo #blacklivesmatter #blm #maga und viele andere mehr.

Chris Messina – The Man who „Invented“ the Hashtag

Im Jahr 2013 erstellte der YouTuber Y-Titty das Hashtag Video, das mittlerweile 8,5 Millionen Views hat.

2014

Trending Topics und Tag Clouds

Wenn so viele Menschen benutzen, lassen sich bereits allein aus der Anzahl der Erwähnungen interessante Schlüsse ziehen. Das hier sind beispielsweise die am meisten benutzten Hashtags der letzten fünf Jahre in diesem Blog. Du siehst tatsächlich auf einen Blick, worum es hier im Blog in den letzten fünf Jahren ging.

2FA Android Apache Bootstrap cPanel CSS domain domainname Drupal Drupal 8 Drupal 9 E-Mail Facebook Forum FTP Google Gutenberg HTML https iOS JavaScript Joomla Laravel letsencrypt LiteSpeed Mastodon MySQL Nextcloud Node.js OS X OX App Suite PHP Python Softaculous SSH SSL Terminal TLS Twitter Ubuntu Update Webhosting Website WordPress Zertifikat

Das funktioniert natürlich auch mit existierenden Kategorien und wäre sicherlich interessant zu sehen bei unterschiedlichen Nachrichten Magazinen.

Wenn so eine Darstellung einfach möglich ist, fragt man sich sofort, wie sich wohl die Verwendung der Hashtags über die Jahre entwickelt hat. Es gibt beispielsweise bei uns einen Hashtag für und einen für . Da muss doch etwas passiert sein 🤔.

Die Trending Topics bei Twitter basieren ebenfalls auf Hashtags und geben, je nach Konfiguration einen Überblick über die Themen, über die gerade über Twitter auf der Welt gesprochen wird!

Weltweit – Trending Hashtags auf Twitter
Frankreich – Trending Hashtags auf Twitter

Twitter erlaubt auch eine Lokalisierung und die Anpassung an mein Profil, wenn ich das will. Man erhält dann beispielsweise Hashtags, die gerade in Frankreich „trenden“.

Auf vielen Social Media Plattformen kann man Hashtags auch folgen. Auf Instagram gibt es mehr als 25,000,000 Posts mit dem Hashtag Switzerland!

#switzerland auf Instagram
#switzerland auf Instagram

Fazit

Aus einer kleinen Idee, basierend auf einer Liste von Chatrooms, entstand ein weltweites Ordnungskriterium, das nicht mehr wegzudenken ist aus dem Internet und in immer mehr Lebensbereichen eine Rolle spielt.


tl;dr: sind ein weltweites Ordnungskriterium

Von hagengraf

Ich erstelle bequeme und benutzerfreundliche Orte in virtuellen und physischen Umgebungen.

Eine Antwort auf „Vom #Aufstieg und der #Macht der #Hashtags“

I don’t like it. There is no control on those hashtags, you can use different tags for the same subject. So it is easy to get lost. The idea is good, but the implementation sucks.

#notgood

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