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Hashtags in Tweets mit dem Tag Explorer untersuchen #TAGS

In den letzten Monaten habe ich immer mal wieder grafische Auswertungen von Tweets gesehen, die sich auf den Hashtag einer Veranstaltung bezogen. In den Auswertungen konnte man Verbindungen zwischen einzelnen Accounts sehen und vieles mehr. Hinter den meisten Auswertungen steckt Oliver Ewinger (@ewingo13) und letzte Woche erklärte er in einer Online Session im Rahmen eines Barcamps (#lllcamp) wie das funktioniert.

Diese Auswertungen können für jeden Twitter Hashtag gemacht werden. Es ist meines Erachtens sehr interessant die Vorgehensweise zu sehen, da heute viel über Auswertungen öffentlicher Daten gesprochen wird, es aber oft nicht einfach ist, sowas an einem einfachen Beispiel anschaulich nachzuvollziehen – und, was eigentlich das Interessanteste ist, selbst mal mit diesen Daten zu “spielen”.

In diesem Beitrag beschreibe ich wie solche Auswertungen erstellt werden und bedanke mich nochmal bei Oliver für seine gute Einführung.

Voraussetzungen

Du benötigst ein Twitter- und ein Google Konto. Die Daten werden mit den Rechten deines Twitter Kontos in ein Google Spreadsheet geladen und dort mit einem Script aufbereitet. Das Script wurde 2011 von Martin Hawksey erstellt und wird bis heute von ihm gewartet und verbessert.

Die APIs von Twitter und Google sind in den letzten Jahren verändert worden. Der momentane Stand ist folgender:

  • Es werden maximal 3,000 Tweets gelesen und verarbeitet. Diese Tweets stammen aus den letzten 6-9 Tagen.
  • Die Auswahl der Tweets unterliegt Twitter und ist nicht vollständig
  • Das Script ist bei Google “nicht vertrauenswürdig” weil die doch recht offenen Bedingungen das nicht erlauben

Wenn dir das mit deinem eigenen Twitter- und Google-Konto zu unsicher ist, kannst du dir natürlich auch für diese Auswertungen jeweils ein Konto anlegen.

Zunächst musst du das Dokument, das Martin Hawksey erzeugt hat, in deinen Google Account kopieren. Dazu musst du auf die Site https://tags.hawksey.info/get-tags/ gehen und die aktuelle Version klicken.

https://tags.hawksey.info/get-tags/

Es erscheint ein Hinweis in deinem Google Accounts, ob das die Datei ist welche du kopieren möchtest – ja, möchtest du 🙂

Kopieren des TAGS v6.1 Sheet in den eigenen Account

Die Datei enthält Skripte und diese benötigen Rechte, also fragt Google wieder nach – Ja … Continue 🙂

Google Autorisierung für das Kopier-Script

Nun kann es sein, dass du mehrere Google Accounts hast oder mit dem falschen eingeloggt bist, also fragt Google wieder nach.

Auswahl des Google Kontos

Die App ist bei Google nicht verifiziert. Die Möglichkeiten, die das Script hat, gerade auch in Verbindung mit dem externen Tag Explorer, machen das nicht möglich. Daher musst du erst auf advanced klicken und dann noch einmal explizit den Zugriff erlauben.

App ist nicht verifiziert

Google zeigt dir die gewünschten Rechte an und du musst das erlauben um weitermachen zu können.

Zugriffsrechte des Scripts in deinem Google Account

Bei Twitter läuft es ähnlich, das Script benötigt Zugriff auf die Twitter API und dazu musst du dich mit deinem Account einloggen. Wähle dazu Easy Setup aus.

Twitter Autorisierung

Du musst das Script autorisieren …

Zugriffsrechte des Scripts in deinem Twitter Account

Zur besseren Übersicht solltest du den Namen des kopierten Google Dokumentes ändern.

Nun sind alle Voraussetzungen erfüllt und es kann losgehen.

Auswertungen

Wenn du alle Vorbereitungen erfolgreich durchgeführt hast, kannst du in dem kopierten Spreadsheet bei Punkt 2. Enter Term deinen gewünschten Hashtag eingeben. Im Menü gibt es einen Menüpunkt TAGS und dort die Auswahl Run Now. Wenn du sie auswählt, holt das Script die gewünschten Tweets aus Twitter. Ich suche nach Tweets mit dem Hashtag .

Die Tweets werden in ein zusätzliches Tab im Spreadsheet geschrieben. Das Tab heisst Archive und sieht etwa aus wie im Screenshot.

Archive-Tab

Es enthält die folgenden Felder eines Tweets.
Wer jemals mit Datenbanken zu tun hatte kann sich allein aufgrund der Namen der Felder schon vorstellen, welche Auswertungen und Verbindungen nun möglich sind.

  • id_str
  • from_user
  • text
  • created_at
  • time
  • geo_coordinates
  • user_lang
  • in_reply_to_user_id_str
  • in_reply_to_screen_name
  • from_user_id_str
  • in_reply_to_status_id
  • source
  • profile_image_url
  • user_followers_count
  • user_friends_count
  • user_location
  • status_url
  • entity_str

Dashboard und Summary Sheet

Innerhalb des Spreadsheets gibt es die Möglichkeit zwei zusätzliche Tabs über das Menü TABS zu erzeugen, das Summary Sheet und das Dashboard Sheet.

Wenn die Sheets erzeugt werden, sind sie zunächst mal leer. In der oberen rechten Ecke befindet sich ein Schalter, der die Kalkulation an oder aus stellt. Der Schalter muss auf On stehen. Danach werden entsprechende Grafiken angezeigt.

Zusatztabs im Google Dokument
Schalter im die Kalkulation einzuschalten

Tag Explorer

Der Tag Explorer ist ein Programm, das auf der Website des Autors https://hawksey.info läuft, den Inhalt deines individuellen Spreadsheets ausliest und grafisch aufbereitet.

Damit diese Vorgehensweise funktionieren kann, musst du dein Dokument freigeben für alle, die den Link kennen. Die Site hawksey.info hat dann Zugriff auf dein Google Doc und kann die Daten lesen.

Dokument freigeben

Wenn das Dokument freigegeben ist, findest du den Link zum Tag-Explorer im ersten Tab des Dokuments.

Links zu den Explorern auf https://hawksey.info

Der Tagexplorer selbst ist ein faszinierendes Stück Software. Durch die Auswahl von Parametern kannst du die Daten aus unterschiedlichen Blickwinkeln erforschen. Hier ein Screenshot aus den Tweets mit dem Hashtag Schweiz.

Hinweis: Aus Sicherheitsgründen solltest den den kompletten Link nicht öffentlich posten, denn das Script hat immerhin Zugriff auf deinen Twitter und Google Account. Wenn du es öffentlich verbreiten willst, solltest du dir extra Accounts dafür anlegen.

https://hawksey.info/tagsexplorer/?…..

Hier noch ein viel einfacheres Beispiel der Tweets zum Hashtags , einer Veranstaltung, die jeden Dienstags um 19 Uhr in unserer freien Jitsi Instanz stattfindet.

Beispielbeziehungen innerhalb einer kleinen Veranstaltung (#virtualapero)

Fazit

Es ist schon interessant, was man allein aus diesen wenigen öffentlichen Daten herauslesen kann und es ist zwar ein kleiner, aber wie ich finde, doch sehr interessanter Einblick in das „Daten-Auswertungs-Geschehen“ um uns herum. Bedanken möchte ich mich ausdrücklich bei Oliver Ewinger (@ewingo13) für seine Session, Holger Gelhausen (@holgergelhausen) für die Veranstaltung an sich (#lllcamp) und Emily Abold für den letzten Tweet hier 🙂

Hinweis: Ich wurde zu dieser Veranstaltung eingeladen (weil ich schon immer wissen wollte, wie diese Auswertungen erstellt werden und ich finde ihr solltet das auch wissen 😉)

Link


tl;dr: Es ist ziemlich einfach, Daten auszuwerten.

Von hagengraf

Ich erstelle bequeme und benutzerfreundliche Orte in virtuellen und physischen Umgebungen.

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