RSS Feed Planeten in WordPress

Du hast bestimmt schon mal von RSS Feeds, Web Feeds oder nur Feeds gehört. Dabei geht es um Dateien, die inhaltliche Änderungen auf Websites maschinenlesbar anzeigen. Wenn ein Client so ein RSS-Feed regelmässig liest, spricht man von einem Abonnement. Der Client schaut dabei in regelmäßigen Abständen beim Server des Anbieters nach Aktualisierungen im RSS-Feed. Der Anbieter des RSS Feeds kann beeinflussen was im angebotenen RSS Feed steht. 

Die Motivation für das Anbieten und Auslesen von RSS Feeds ist Bequemlichkeit und Schnelligkeit. Der Benutzer erfährt über seinen RSS Reader, ob es etwas Neues auf einer von ihm ausgewählten Website gibt ohne diese Site zu besuchen. Der Anbieter des RSS Feeds ermöglicht dem Benutzer diese Bequemlichkeit und hofft auf eine schnelle weitere Verbreitung seiner Inhalte.

Alle Nachrichten Sites bieten RSS Feeds an und ich habe hier ich Blog schon mal darüber geschrieben (RSS – Es gibt nichts besseres!). Ausser dieser eher privaten und individuellen Nutzung mit einem Feed Reader, gibt es auch die Möglichkeit RSS Feeds zu sammeln und auf einer Website anzubieten. Diese Variante wird meist Planet oder Aggregation genannt.

Open Source Projekte wie Drupal (https://www.drupal.org/planet) und WordPress (https://planet.wordpress.org) haben so einen Planeten. Jeder der über Drupal oder WordPress schreibt, kann sein Blog Feed dort vorschlagen und erscheint nach erfolgter Freischaltung in der Liste der Beiträge. Der Ansatz ist interessant für die Projekte, weil sehr unterschiedliche Quellen über diese Themen schreiben und man als interessierter Benutzer einen sehr guten Überblick erhält.

Auch ganze Geschäftsideen beruhen auf der „Planetenidee“. Die Website Bloggerei.de sammelt beispielsweise Feeds und zeigt sie in einem Verzeichnis an. Der Seitenbetreiber schaltet Werbung und die Blogs hoffen auf Leser. Eine win – win Situation.

Achtung Inhalte!

Nun geht es bei diesen öffentlichen Planeten um Inhalte. Gute Inhalte sind das Wertvollste, was im Netz existiert. Es macht viel Arbeit gute Inhalte zu erstellen und jeder möchte natürlich, dass die eigenen Inhalte nicht missbraucht werden. Das ist ein sensibles Thema und rechtlich in den Ländern unterschiedlich gelöst.

Wie man es nicht macht

Der gesunde Menschenverstand hilft oft weiter. Wenn die gesammelten Feed Inhalte eines Planeten so aussehen, als seien sie ein redaktioneller Teil der Website, die die Feeds sammelt, dann ist oft eine urheberrechtliche Grenze überschritten. Manchmal passiert so etwas aus Versehen, manchmal ganz bewusst aus unterschiedlichen Gründen. Hier zwei Screenshots von einer Website, die ganz gut zeigen was ich meine. Die eingelesenen Artikel scheinen das „eigene“ Blog des Autors zu sein. Im Menü steht Blog, die Überschrift ist nicht verlinkt und der Autor passt auch auch nicht.


In den obigen Beispielen ist eine Grenze hin zur Urheberrechtsverletzung überschritten. Dem Leser wird suggeriert, dass die dort abgebildeten Personen die Urheber der Blogbeiträge sind. Die originale Quelle, also dieses Blog hier, wird nicht genannt.

Die Idee eines schweizerischen „Webhosting Planets“ ist ja prinzipiell eine gute, aber doch bitte nicht so!

Wie man es es richtig macht

Allgemein akzeptierte und genutzte Planeten verlinken die Überschrift mit dem Originalartikel und weisen auch beim Autor deutlich auf die Urheberschaft hin, oft mit einem Link zur Original Webseite. Drupal und WordPress machen das vorbildlich. 

Ein Feed Planet in WordPress

Für WordPress gibt es zahlreiche Plugins um RSS Feeds einzulesen. Um grundsätzlich zu zeigen, wie man es machen können, hier eine Beispiel mit dem Plugin FeedWordPress. Das Plugin liest Feeds ein und erstellt draus WordPress Beiträge. Nach der Installation des Plugins müssen die gewünschten Feeds mit Name und URL eingetragen werden.

Liste der abzurufenden Feeds

Jedes Feed kann einem Autor zugeordnet werden.
In dem hier beschriebenen Fall tauchen alle Posts auf der Startseite des Planeten auf. Die Einzelansicht eines Beitrages ist nicht erreichbar, da die Überschrift mit dem Originalpost verlinkt ist.

Verlinkung auf den Original Post 

In WordPress können Feeds als ganzer Text oder in der Kurzfassung angezeigt werden. Oft wird die Kurzfassung gewählt, da auch die Posts auf der Startseite in einer Liste in der Kurzfassung angezeigt und dann mit einem „Weiterlesen“ Link versehen werden. 

Je nachdem, ob das Feed nun den ganzen Text oder nur die Kurzfassung enthält, wird auf der Feed Sammelseite entweder der gesamte Text oder die Kurzfassung mit „Weiterlesen“ Link angezeigt. Das ist insofern wichtig, da Suchmaschinen ja ebenfalls am Original Inhalt interessiert sind. Hier ein Beispiel für eine eingelesene Kurzfassung.

Fazit

RSS Feeds können einfach zu thematischen Planeten zusammengestellt werden, die einen Mehrwert bieten. Es sollte allerdings aus der Darstellung klar hervorgehen, dass es sich um einen Planeten, beziehungsweise eine Aggregation handelt und nicht um eigenen Inhalt. Feed Aggregatoren existieren für alle Content Management Systeme.


tl;dr: Mit RSS Feeds kann man Planeten bauen

Autor: hagengraf

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