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Viel Zeit, viele Themen und Iron Blogging

In der letzten Woche habe ich mit wirklich vielen Menschen über Blogging gesprochen. Das Feedback zum Artikel Starte (d)ein Blog – heute! war unerwartet zahlreich und durchgehend positiv.

Wie angekündigt, habe ich hier im Novatrend Blog eine Blogroll in der Seitenleiste erstellt. Ich habe ein Plugin für eine RSS Blogroll gefunden, die nicht die Links zu den einzelnen Blogs anzeigt, sondern die letzten Artikel der verlinkten Blogs. Neben dem Titel eines jedes Blog Posts steht der Name des Autor und das Datum, pro Blog sind maximal vier Einträge gelistet.

  • Wenn du dort auch erscheinen willst, schreibe bitte unter dem Starte (d)ein Blog – heute! Artikel die URL deines Blogs als Kommentar.
  • Falls du ein noch besseres Plugin kennst, schreibe bitte ebenfalls einen Kommentar.

Feedback

Vielen Bloggern sprach ich mit dem Artikel aus der Seele, viele „noch nicht“ Blogger gaben mir grundsätzlich recht, aber … die drei häufigsten Sätze, warum sie nicht bloggen, waren:

Ich habe keine Zeit!
Worüber soll ich denn schreiben?
Das halte ich nicht durch!

Interessanterweise kam sehr selten

Ich kann das nicht!
Ich will das nicht!
Ich bin mit der Technik überfordert!

Alle, wirklich alle Menschen, mit denen ich geredet haben, finden bloggen irgendwie gut, würden prinzipiell auch gern bloggen wollen und haben keine Angst vor der Technik! Gerade der letzte Punkt freut mich doch sehr. Vor 10 Jahren war es noch eine Herausforderung ein eigenes Blog auf seinem eigenen Webspace zu betreiben. Heute geht das alles sehr „fluffig“.

Jetzt sage ich mal ein paar Worte zu den drei Gründen, kein Blog zu schreiben.

Ich habe keine Zeit!

Da ich keine aussagefähigen Zahlen über die Schweiz gefunden habe, hier mal ein Blick nach Deutschland (Durchschnittliche tägliche Nutzungsdauer ausgewählter Medien in Deutschland in den Jahren 2014 und 2015. Quelle: http://de.statista.com/statistik/daten/studie/165834/umfrage/taegliche-nutzungsdauer-von-medien-in-deutschland/).

Hier die Zahlen für 2015

  • TV – 259 Minuten
  • Radio – 115 Minuten
  • Internet – 53 Minuten
  • Games – 35 Minuten
  • Buch – 28 Minuten
  • Print – 31 Minuten
  • Sonstige – 33 Minuten

Das sind 9 Stunden und 14 Minuten – täglich!

Ich wiederhole:

9 Stunden und 14 Minuten …

Selbst, wenn du nun ein paar von diesen Dingen parallel machen kannst, Umfragen so eine Sache sind und in der Schweiz eh alles anders ist – so wie es aussieht hast du Zeit ein Blog zu betreiben, du müßtest deine Zeit nur anders verbringen 😉

Worüber soll ich denn schreiben?

Denke mal an deine letzten sieben Tage.

  • Was war das Beste, das Interessanteste, das Schönste, das Bewegendste, das Lustigste, das Traurigste, das Schrecklichste?
  • Was hat dich geärgert, was gefreut?
  • Hast du mit anderen Menschen gesprochen? Worüber?
  • Hast du etwas gelernt oder anderen etwas beigebracht?
  • Hast du etwas gekauft oder verkauft?
  • Hast du eine gute Tat vollbracht?
  • Hast du einen Ausflug gemacht? Wo warst du? Wie ist es da?

Nimm einfach eins dieser Themen und schreibe darüber.
Wenn du erst mal angefangen hast, kommen dir bestimmt noch viele andere Ideen.

Das halte ich nicht durch!

Den Satz lasse ich gelten, ich hatte auch Probleme damit, regelmässig etwas zu bloggen. Das ist so ein wenig wie Sport treiben oder Gewicht abnehmen. Oft ist es leichter wenn andere dabei mitmachen.

Genau das ist die Idee von Iron Blogging.

Jeder Teilnehmer bloggt mindestens einmal die Woche. Wenn kein Blogpost geschrieben wird, wirft er oder Sie eine gewisse Menge Geld, beispielsweise 5 CHF/Euro/US$, in eine gemeinsame Kasse. Wenn etwas Geld in der Kasse ist, treffen sich alle Blogger und verspeisen und vertrinken die Kasse.

In Deutschland ist die Iron Blogger Zentrale unter http://ironblogger.de erreichbar. Thomas Renger legt gern lokale Subdomains an, beispielweise http://stuttgart.ironblogger.de. Die Seiten werden automatisiert aktualisiert, so dass es keinen Pflegeaufwand für die Teilnehmer gibt.

Vor drei Jahren wurde die Iron Blogging Idee auf der re:publica vorgestellt. Stilecht ging es in erster Linie um Blogs und Bier 🙂

re:publica 2013: Blogs und Bier? Das lob‘ ich mir!

Und in der Schweiz?

In der Schweiz gibt es auch Iron Blogger (http://ironblogger.ch). Leider ist die Seite aber leer und der Text

Die Ironblogger Schweiz pausieren.

erscheint. Vielleicht können wir das ja wiederbeleben 🙂

Und wenn man nicht lokal zusammen ist?

Das Problem hatte ich neulich. Seit 25.05.2015 bin ich Mitglied der Iron Blogger Gruppe Rhein-Neckar. Ich wurde auf die Idee durch Tweets über eine Session bei einem BarCamp aufmerksam und wollte mitmachen, obwohl ich keinen Bezug zum Rhein-Neckar Gebiet habe. Nach einem Jahr war ich der einzige verbliebene Teilnehmer der Gruppe und überlegte, wie es weitergeht. Bei einem Besuch in Uganda (#CMSSUMMIT16, Kampala, Uganda) lernte ich viele WordPress Nutzer kennen und startete zusammen mit ein paar Freunden eine eigene Iron Blogger Gruppe die für jeden offen ist, unabhängig vom Wohnort. Vom Erlös wollen wir sinnvolle Projekte fördern. Wer Schulden macht, kann sie durch „Gute Taten und darüber bloggen“ wieder reduzieren. Thomas Renger half mir bei der Einrichtung der Site. Die Scripte zum Aktualisieren sind auf Github verfügbar. Das ist beispielsweise die Version, die in Stuttgart läuft (https://github.com/steinhobelgruen/iron-blogger).

Du kannst dich also einer bestehende Iron Blogger Gruppe anschliessen, oder eine neue Iron Blogger Gruppe gründen!

Technik

An dieser Stelle kommt nun auch noch Webhosting bei Novatrend ins Spiel (was für ein Blog Post 🙂 ), denn die Scripte sind in Python geschrieben und man benötigt eine selbst gehostete WordPress Installation. Einmal pro Woche wird per Cron-Job eine Zusammenfassung der Iron Blogger Posts über die XML-RPC Schnittstelle der WordPress Installation gepostet und ich war natürlich neugierig, wie das alles so funktioniert.

Auf ibcoco.net läuft es momentan so, dass:

  • alle Teilnehmerblogs zusätzlich per Feed eingelesen werden und dann auf den Original Eintrag verlinken,
  • wenn jemand etwas auf seinem eigenen Blog veröffentlich, tweeted der ibcoco Twitter den Titel des Posts, die URL zum Quellblog und den Hastag #ibcoco,
  • am Montag morgen läuft das Python Script, das die Zusammenfassung erstellt und die Kasse aktualisiert,
  • alle Teilnehmer sind für den Anfang in einem gemeinsamen Facebook Chat und auch per Twitter vernetzt.

Was soll ich sagen? Wir sind sechs Leute, die seit ein paar Wochen bloggen. Es macht Spass und 5 Euro für eine gute Sache haben wir auch schon gesammelt 🙂

Fazit

Du hast Zeit für ein Blog, dir fallen ständig neue Themen ein und damit du durchhältst, gibt es Iron Blogger, die nur zu gern gemeinsam mit dir bloggen. Worauf wartest du?


tl;dr: Iron Blogger bloggen mindestens einmal die Woche und tun auch sonst gute Dinge

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Allgemein Content Management Systeme Soziale Netze

Starte (d)ein Blog – heute!

Ein Blog ist eine auf einer Website geführte Sammlung von Artikeln (blog posts), meist aus der Ich-Perspektive. Die neuen Einträge stehen oben. Ein denkbar einfaches Konzept.

Die Existenz von Blogs ist mittlerweile in der Masse angekommen, sie werden gelesen und auch von den traditionellen Medien zur Kenntnis genommen. Wir (Novatrend) haben ja auch ein Blog, dass du gerade liest 🙂

Wenn du Einträge auf Facebook, Twitter, Instagram, Snapchat, Pinterest, Foursquare, CouchSurfing, DeviantArt, Ello, Flickr, Google+, LinkedIn, Meetup, SoundCloud, Tumblr, Xing, YouTube und all den anderen Plattformen postest, dann führst du auch so etwas ähnliches wie ein Blog.

Wenn du das eine gewisse Zeit machst und dann einen bestimmten Eintrag (Spruch, Status, check in, Foto, Video) suchst, stellst du plötzlich fest, dass es gar nicht so einfach ist, seine „eigenen“ Daten zu durchsuchen, geschweige denn archiviert herunterzuladen, von einer Platform auf eine andere zu übertragen oder all die anderen Dinge, die du gern mit „deinen“ Daten machen würdest.

Du stellst vermutlich sogar fest, dass es gar nicht mehr so richtig „deine“ Daten sind. Je nach Nutzungsbedingungen der Plattform hast du längst viele oder gar alle Rechte an deinen Inhalten an die Firma abgegeben, die den entsprechenden Service betreibt.

Meine Daten sind eh nichts wert

Wenn LinkedIn für 26’000’000’000 US$ von Microsoft gekauft wird (NZZ 13.6.2016), bezahlt Microsoft etwa 60 US$ pro User (433’000’000 User). Hast du eigentlich einen LinkedIn Account? Bei wie vielen anderen Services hast du denn auch noch deine Inhalte?

Ich habe bei mir mal nachgezählt und komme auf 12 grössere Services bei denen ich hin und wieder Inhalte poste. Wenn ich mal von den 60 US$ ausgehe, sind meine Daten momentan um die 720 US$ im Durchschnitt wert.

Deine Daten sind etwas wert!

Bei LinkedIn geht es momentan „nur“ um Geschäftsbeziehungen. Denk‘ mal bitte kurz an alle Daten, die du so erzeugst: Texte, Fotos, Musik, Videos, dein Fitness Armband, dein Auto, deine Bankkarte, dein Heimautomatisierungsdingsi und all die anderen Dinge, die so nach und nach vernetzt werden.

Daten sammeln

Hast du auch so eine Sammelkiste in der Andenken aus deiner Kindheit liegen? Irgendwelche Basteleien, Postkarten, Bilder, Andenken, so Kram halt. Manchmal dauert es 30 Jahre oder länger, bis du wieder in diese Kiste schaust. Oftmals im Beisein deiner Kinder. Manch einer hat aber auch gar keine Kiste und verlässt sich auf seine Erinnerungen, auch das macht Spass.

Im Zeitalter von Online Kommunikation bestehen viele, wenn nicht die meisten Erinnerungsstücke aus Bits und Bytes und werden auf Datenspeichern gelagert, auf die du kaum Einfluss hast. Das heisst, auch wenn du keine Kiste hast, haben Andere sehr wohl eine „Sammelkiste deiner Erlebnisse“.

Privatfirmen, und zunehmend auch Regierungen, heben Schätze aus historischen Daten und mehr und mehr werden Vorhersagen für die Zukunft auf der Basis dieser Daten in Kombination mit schlauen Algoritmen getroffen. Natürlich ist Microsoft im Fall von LinkedIn nur an den Daten von 433’000’000 Geschäftskontakten, deren Verbindungen und den Rohdaten interessiert.
Microsoft verkauft Software, Hardware und Services für diese Zielgruppe und wird sich die 26’000’000’000 mit Gewinn wieder reinholen. Aber zurück zu deinem Blogprojekt.

Ein eigenes Blog

Nun ist ein eigenes Blog natürlich nicht die Lösung aller Datenprobleme und auch nicht die ultimative Archivierungsmaschine, es ist aber schon etwas „eigeneres“ als die Plattformen mit ihren Services.

Als ich letzte Woche den STOP BÜPF Artikel hier bei uns im Blog schrieb, fiel mir auf, wie wichtig jedes (noch so kleine) Blog doch manchmal sein kann.

Es ist ein gutes Gefühl, wenn du deinen Text auf einer Plattform, die du selbst betreibst, zuerst veröffentlichst und dann den Link auf deine Plattform in verschiedenen Services postest. Das Prinzip dahinter heisst übrigens POSSE (Publish on your Own Site, Syndicate Elsewhere).

Bei POSSE werden deine Inhalte auf einer Umgebung gespeichert, über die du die Kontrolle ausübst. Wenn du beispielsweise bei Facebook auf dein eigenes Blog verweist, „besucht“ Facebook dein Blog und lädt sich die ersten Sätze und ein Bild und zeigt dies in einem Statusbeitrag an. Ähnlich funktioniert es auf allen Plattformen. Wenn du ein RSS Feed anbietest, können deine Daten in einem externen Reader gelesen werden (siehe auch  RSS Feeds reloaded, der Selfoss Feed Reader). Die Daten bleiben jedoch unter deiner Kontrolle.

Die Folge davon ist (unter anderem):

Du wirst wahrgenommen. Das lässt sich gar nicht verhindern, denn alle wollen deine Daten und sind neugierig was du zu sagen hast.

Je länger du darüber nachdenkst, desto klarer wird dir vermutlich, warum es gut ist, ein eigenes Blog zu haben.

Hier eine kleine Liste von Vorteilen:

  • Es hilft dir, neue Dinge zu lernen
  • Du beginnst, klarer zu denken
  • Du lernst besser zu schreiben
  • Dein Selbstvertrauen wächst
  • Du sprichst strukturierter über „verbloggte“ Themen
  • Du kannst damit Geld verdienen (wenn du willst)
  • Du kannst einen guten Zweck unterstützen
  • Du brauchst keine Vorkenntnisse
  • Es ist eine echte Herausforderung 🙂
  • Es ist kostenlos (oder erschwinglich)
  • Du lernst immer etwas, über dich, die anderen und die Themen, über die du schreibst

Wie anfangen?

Die gängige Software für Blogs ist WordPress. Es geht auch mit vielen anderen Programmen und all den bekannten und unbekannten Content Management Systemen, aber WordPress ist einfach praktisch und hat sich de facto als Standard durchgesetzt.

Erste Schritte

Wenn du noch kein Blog hast, kannst du dir in ein paar Minuten ein Blog auf wordpress.com kostenlos „klicken“. WordPress.com ist auch ein Service (aus den USA) und deine Daten liegen auch auf der Festplatte eines Anderen, wie bei den oben beschriebenen Plattformen.

Aber du bist der, der über deine Daten bestimmt. Du kannst sie jederzeit exportieren und in eine von dir selbst gehostete WordPress Installation importieren. In diesem Moment beginnst du die Verantwortung über deine Daten zu übernehmen. Du kannst die Daten auch in viele andere Systeme importieren (Joomla, Drupal).

Die WordPress Software ist quelloffen (Open Source) und wird von einer grossen Community entwickelt. Du kannst dir den Code von wordpress.org herunterladen und lokal oder bei einem Hoster deiner Wahl installieren. Das kann bei Novatrend oder bei einem unserer Kollegen sein. Du kannst auch jederzeit umziehen mit deinen Daten.

Verantwortung

Je weiter du dich von „rundum sorglos“ Services entfernst, desto mehr Verantwortung überträgst du dir selbst. Es ist ein bißchen wie erwachsen werden. Plötzlich hast du ein eigenes Auto/Handy/Fahrrad/Freund/Freundin/Famile/Wohnung/Haus/Boot und lernst, dass man das auch pflegen und hegen muss, damit es weiterhin gut funktioniert.

Ein Blog ist insofern auch eine gute Übung in „erwachsen werden“.

Fazit

Du brauchst ein Blog und wenn du schon eins hast, dann poste doch bitte deine URL als Kommentar. Ich werde dann mal eine Blogroll hier im Novatrend Blog anlegen.

Links


tl;dr: Starte ein Blog – jetzt!

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Allgemein Infrastruktur Security

STOP BÜPF! UNTERSCHREIBE DAS REFERENDUM! HEUTE!

Eine fett geschriebene Überschrift wirkt wie Schreien und das Ausrufezeichen versucht es noch zu verstärken. Beides Methoden, die einem Schweizer Unternehmensblog eher fremd sind. Im Falle des BÜPF (Bundesgesetz betreffend die Überwachung des Post- und Fernmeldeverkehrs) halten wir diese Art von Aktivismus für nötig und wollen dabei helfen, bis zum Ablauf der Referendumsfrist 50’000 Unterschriften zu sammeln, zu bescheinigen und abzuliefern.
20’000 Unterschriften fehlen wohl noch – es besteht also offensichtlich Aufklärungsbedarf und HEUTE ist der letzte Abgabetermin!

Unterschreibe das Referendum gegen das BÜPF!
KLICKEN – AUSFÜLLEN – AUSDRUCKEN – SENDEN!

Was ist BÜPF und was hat es mit mir zu tun?

Das Bundesgesetz betreffend die Überwachung des Post- und Fernmeldeverkehrs (BÜPF) wurde am 18.03.2016 von der Bundesversammlung der Schweizerischen Eidgenossenschaft beschlossen. Der 30 seitige Gesetzestext kann unter https://www.admin.ch/opc/de/federal-gazette/2016/1991.pdf geladen und gelesen werden.

Um ein Gefühl für die Themen, die Wortwahl und das Thema insgesamt zu bekommen, hier eine Liste der Paragraphen, die in den Kritikpunkten auf https://stopbuepf.ch/kritikpunkte/ näher erläutert werden. Zu jedem Paragraphen kannst du dort den Gesetzestext und die Kritik daran lesen.

  • Art. 2 Persönlicher Geltungsbereich
  • Art. 10 Akteneinsichtsrecht und Recht auf Auskunft über die Daten
  • Art. 11 Aufbewahrungsfrist für die Daten
  • Art. 12 Sicherheit
  • Art. 16 Allgemeine Aufgaben bei der Überwachung
  • Art. 22 Auskünfte zur Identifikation der Täterschaft bei Straftaten über das Internet
  • Art. 25 Informationen über Dienstleistungen
  • Art. 26 Pflichten der Anbieterinnen von Fernmeldediensten
  • Art. 27 Pflichten der Anbieterinnen abgeleiteter Kommunikationsdienste
  • Art. 28 Pflichten der Betreiberinnen von internen Fernmeldenetzen
  • Art. 29 Pflichten der Personen, die ihren Zugang zu einem öffentlichen Fernmeldenetz Dritten zur Verfügung stellen
  • Art. 30 Pflichten der professionellen Wiederverkäufer von Karten und ähnlichen Mitteln
  • Art. 32 Auskunfts- und Überwachungsbereitschaft
  • Art. 33 Nachweis der Auskunfts- und Überwachungsbereitschaft
  • Art. 41 Aufsicht
  • Art. 42 Rechtsschutz
  • StPO Art. 269 Abs. 1 Voraussetzungen für Überwachungsmassnahmen
  • StPO Art. 269 bis / ter Staatstrojaner
  • StPO Art. 279 Mitteilungspflicht

Um einen grundsätzlichen Überblick über die Lage in der Schweiz zu erhalten, empfehlen wir dir 45 Minuten deiner Zeit zu investieren, und den Vortrag Netzpolitik in der Schweiz vom 27.12.2015 auf dem 32C3 Kongress ansehen.

Unterschreibe das Referendum gegen das BÜPF!
KLICKEN – AUSFÜLLEN – AUSDRUCKEN – SENDEN!

Noch nicht ganz klar, was es mit dir zu tun hat?

Es geht um Überwachung – wissen was läuft – Kontrolle.

Es ist schwer, solche Themen in einer breiten Öffentlichkeit zu diskutieren, weil sie sehr subtil und abstrakt sind. Das Novatrend Blog, das sich hauptsächlich mit Open Source Software beschäftigt, ist übrigens auch entstanden, weil uns die damals und heute aktuelle Debatte über Datensicherheit und Privacy veranlasste, mehr über selbst gehostete Applikationen als Alternative und/oder Erweiterung zu den „rundumsorglos“ Online Services zu berichten (Siehe Über uns und Meine Daten in den Zeiten der Cholera).

Bei dir persönlich könnte es so aussehen.

Das Ehepaar Müller wendet sich verzweifelt an die Polizei. Ein teures Rennvelo ist aus ihrem Keller gestohlen worden. «Kein Problem», meint der Beamte, «wir haben alles aufgezeichnet». Er zeigt auf eine beeindruckende Überwachungskonsole – welche auch einen intimen Blick ins Familienleben erlaubt…«Keine Angst, wir haben den Täter» soll die Menschen mit einer tragikomischen Geschichte und einem Überwachungs-Bilderreigen für das Thema Privatsphäre sensibilisieren.

Auch als Schweizer Firma bist du natürlich betroffen.
Hierzu nur ein kleines Beispiel

Art. 25 Informationen über Dienstleistungen
Die Anbieterinnen von Fernmeldediensten informieren den Dienst auf dessen Verlangen jederzeit ausführlich über Art und Merkmale der Dienstleistungen, die sie auf den Markt gebracht haben oder innerhalb von 6 Monaten auf den Markt bringen wollen.
https://www.admin.ch/opc/de/federal-gazette/2016/1991.pdf

Was kann ich dagegen tun?

Na?

Unterschreibe das Referendum gegen das BÜPF!
KLICKEN – AUSFÜLLEN – AUSDRUCKEN – SENDEN!

Wenn du auch andere überzeugen möchtest, nimm dir etwas Zeit für die Website stopbuepf.ch. Sie dient der allgemeinen Information und Koordination der Unterschriftensammlung. Du kannst dort alle nötigen Materialien herunterladen, beispielsweise auch diesen Bogen.

Referendum gegen das Bundesgesetz vom 18. März 2016 betreffend die Überwachung des Post- und Fernmeldeverkehrs (BÜPF).
Referendum gegen das Bundesgesetz vom 18. März 2016 betreffend die Überwachung des Post- und Fernmeldeverkehrs (BÜPF).

 


tl;dr: Unterschreibe das Referendum gegen das BÜPF!
KLICKEN – AUSFÜLLEN – AUSDRUCKEN – SENDEN!

 

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Allgemein Webdesign

Die freie JavaScript Bibliothek jQuery

jQuery ist die am meisten verwendete JavaScript Bibliothek. Sie steht unter einer Open Source Lizenz und stellt browserübergreifende Funktionen bereit, die Programmierern Zeit und Nerven sparen. Mit wenigen Zeilen jQuery Code lassen sich eine Vielzahl von Funktionen umsetzen und teilweise hunderte, selbst geschriebener JavaScript Code ersetzen.

Alle grossen Content Management Systeme bringen die jQuery Bibliothek in ihren Core Paketen mit.

  • WordPress 4.5.2 in der Version 1.12.3,
  • Joomla 3.5.1 in der Version 1.11.3,
  • Drupal 8 in der Version 2.2.x.

Die beiden Versionsstränge jQuery 1.x und jQuery 2.x besitzen seit der Version 1.9 eine kompatible API. Die Version 1.x unterstützt den Internet Explorer 8 und wird daher immer noch gepflegt. Der Code der Version 2.x wurde „aufgeräumt“, dafür entfiel die Unterstützung für den Microsoft Internet Explorer 8. Im WordPress Paket befindet sich eine fast aktuelle Version des 1.x Zweigs, Joomla ist ein wenig hinterher. Drupal 8 setzt dagegen bereits auf die Version 2.x.

Vor ein paar Tagen ist nun die Version jQuery 3.0 erschienen. Im Blogpost jQuery 3.0 Final Released! werden die Neuigkeiten erklärt. Für Gelegenheitsprogrammierer teilweise schwer verständlich, geht es in erster Linie um Optimierung und Standardisierung. Das bezieht sich einerseits auf den alten 1.x Code, der viel Rücksicht auf Internet Explorer 6-8 nimmt, andererseits aber auch auf den 2.x Code, der nun wegen einiger Änderungen nicht mehr 100% kompatibel ist. Daher auch der Major Versionssprung auf 3.x.
Das Update einer Anwendung von Version 2.x auf 3.x soll jedoch einfach möglich sein.

Da die Neuerungen doch recht abstrakt sind, möchte ich eine mal etwas näher erläutern um das ganze jQuery Prinzip (write less, do more) besser zu verstehen.

jQuery.Deferred ist jetzt Promises/A+ und ES 2015 kompatibel

Ein wichtiges Feature in der Version 3.0 ist die Kompatibilität zu Promises/A+ und ES2015-Promises.

Ein Promise (deutsch: Versprechen) ist zunächst mal eine Programmieridee und hat mit asynchroner Programmierung zu tun. Es geht dabei um den vermutlichen Rückgabewert einer Operation. Man verspricht, dass ein bestimmter Wert kommen wird und das Prinzip ist denkbar einfach:

  1. Ein Promise-Objekt wird erzeugt
  2. Der asynchroner Programmteil wird aufgerufen
  3. Das Promise wird gehalten oder abgelehnt
  4. Man reagiert auf Erfolg oder Fehlschlag

Es gibt nun historisch zwei Methoden der Implementierung von Promises.

ES2015 Promises

Promises sind ein Feature aus ECMAScript (ECMA 262) in der Version 6 und nicht mit allen Browsern kompatibel. Die Version 6 wird ES2015 genannt, weil sie 2015 verabschiedet wurde. ECMAScript selbst ist der standardisierte Sprachkern von JavaScript. ECMA ist eine private, internationale Normungsorganisation mit Sitz in Genf, die früher so etwas wie Standards für Floppy Disk Laufwerke beschrieben hat. Seit 1994 heisst die Organisation ECMA International und hat unter anderem auch C#, .NET, U3D und Office Open XML standardisiert.

Promises/A+

Promises/A+ dagegen ist ein offener Standard und war der Vorläufer für die Implementierung von Promises in ES6. Promises/A+ konnten als Zusatzbibliothek zu ES5.1 hinzugefügt werden und unterstützen mehr Browser als ES2015.

jQuery 3.0 Promises

jQuery 3.0 bietet nun eine einheitliche Inplementierung der beiden Varianten an.
Es geht dabei um jQuery.Deferred Objekte. Als Programmierer muss man sich keine Gedanken um die verschiedenen Standards machen, sondern kann die Idee dahinter mit Hilfe von jQuery einfach nutzen!

Slim Build

Heutzutage spielt die Größe einer Bibliothek eine entscheidende Rolle. Mit der Version 3.0 gibt es jQuery nun komplett als 30 Kilobyte große Datei und es gibt einen Slim build, der auf verschiedene Funktionen verzichtet, als 23,6 Kilobyte großes Paket. Der Unterschied sieht erstmal nicht so groß aus, reduziert Ladezeiten aber erheblich.

Aufbauend auf jQuery gibt es jQuery UI und jQuery mobile, jQuery UI bietet viele Widgets, Effekte und Interaktionen, jQuery mobile hilft bei der Erstellung von responsiven Websites, die auf Smartphones, Tablets und Desktop Computer angezeigt werden sollen.

Und jQuery soll einfach sein?

Auch wenn der Artikel bisher etwas theoretisch daherkommt, so möchte ich nochmal betonen, dass jQuery das Programmiererleben vereinfacht und nicht verkompliziert ;). Vielleicht bist du ja neugierig geworden, was man mit jQuery alles machen kann und vor allem wie man es macht. Immerhin gibt es das Projekt seit 10 Jahren und es vereinfacht das Programmierleben wirklich. Daher hier ein paar Beispiele.

Alle Beispiele zeigen den Quellcode in einem Fenster und die Ausgabe in einem anderen Fenster. Du kannst den Code verändern und direkt sehen, was passiert.

w3schools - Tryit Editor
w3schools – Tryit Editor

Wenn du den Links folgst, siehst du auch gleich den Quellcode dazu:

Um so etwas lokal auf deinem Computer auszuprobieren, musst du nur den Quellcode als HTML Seite speichern und über einen Browser aufrufen. Eine deutschsprachige, ausführliche Einführung findest du hier.

Fazit

Auch wenn du nicht täglich mit JavaScript arbeitest, so hilft es doch ungemein ein paar Gehversuche mit jQuery zu unternehmen um Zusammenhänge besser verstehen zu können.

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Content Management Systeme Frameworks Shared Hosting Webdesign Webserver

October CMS – Back to Basics!

Alexey Bobkov und Samuel Georges haben vor etwa zwei Jahren die erste Version des Content Management Systems October veröffentlicht. October ist Open Source Software, in der Sprache PHP geschrieben und basiert auf dem Laravel Web Application Framework. Das Backend nutzt eine Datenbank (MySQL, SQLite oder PostgreSQL), die Frontend Strukturen sind dateibasiert. Ausserdem bieten sie einen Marktplatz für Zusatzfunktionen an.

Die Kernidee von October ist, den immer komplizierter werdenden Content Management Systemen etwas Einfacheres gegenüber zu stellen.

Back to the basics of Web Development

Auf der October Website finden sich dann auch motivierende Worte 🙂

Webentwicklung ist nicht schwer. Viele Menschen kennen die Grundbegriffe von HTML und Websites bestehen aus HTML Seiten, die in Dateien gespeichert werden. Das Erstellen von Websites ist keine „Raketentechnik“, sondern etwas für jederman!

Nun denn! Nach dieser Beschreibung war ich wirklich neugierig und installierte mir das October CMS zunächst lokal.

Installation

Abhängig von den persönlichen Bedürfnissen gibt es viele Wege das October CMS zu installieren (Setup -> Installation). Um, gemäss der oben beschriebenen Idee, alles einfach zu halten, probiere ich das System zunächst lokal auf meinem Computer (OS X, MAMP) aus.

Es gibt einen Installation Wizard (http://octobercms.com/download), den man herunterladen und in einem leeren Verzeichnis auspacken muss.

October CMS - Installation Wizard
October CMS – Installation Wizard

Ich kann den Webserver so konfigurieren, dass das Document Root auf dieses Verzeichnis zeigt. In MAMP geht das einfach über den Settings Dialog.

October CMS - Document Root
October CMS – Document Root

Wenn du October CMS nur ausprobieren möchtest, lässt es sich auch problemlos innerhalb eines Unterverzeichnisses installieren.

Ich erstelle mir noch eine Datenbank via phpMyAdmin mit dem Namen october.

October CMS - Datenbank
October CMS – Datenbank

Jetzt kann ich im Browser den entsprechenden URL aufrufen, in meinem Fall http://localhost/install.php.

October CMS - System Check
October CMS – System Check

Zunächst findet ein Systemcheck statt und ich muss den Lizenzbedingungen zustimmen (MIT-Lizenz). Im nächsten Schritt müssen die Datenbankparameter konfiguriert werden.

October CMS - Database
October CMS – Database

Für das Administratorkonto muss ein Name und ein Passwort hinterlegt werden.

October CMS - Administrationsdaten
October CMS – Administrationsdaten

Im Advanced Bereich kann unter anderem ein anderer URL für den Administrationsbereich festgelegt werden.

October CMS - Erweiterte Einstellungen
October CMS – Erweiterte Einstellungen

Damit sind die Basiseinstellungen beendet und October CMS bietet drei Möglichkeiten der Installation:

  1. Start from Scratch – Installiert October ohne Plugins und Themes, die beste Variante für „handgemachte“ Websites.
  2. Start from a Theme – Installiert October mit einem Beispieltheme das an individuelle Bedürfnisse angepasst werden kann.
  3. Use a project ID – Diese Variante muss benutzt werden, wenn du Themes und Plugins aus dem Marketplace installieren und automatisch updaten willst.
October CMS - Site setup
October CMS – Site setup

Da ich zunächst etwas Fertiges ausprobieren will, wähle ich die zweite Option und installiere das auf dem Bootstrap Framework basierende Squad Theme.

October CMS - Verfügbare Themes
October CMS – Verfügbare Themes

Die Installation ist damit beendet. October CMS weist darauf hin, dass aus Sicherheitsgründen die Installationsdateien gelöscht werden sollten (install.php und das install_files Verzeichnis).

October CMS - Erfolgreich installiert
October CMS – Erfolgreich installiert

Die Beispielseite im One-Page Stil ist beeindruckend (Online Demo)!

October CMS - Squad Theme
October CMS – Squad Theme

Im Backend sieht es sehr übersichtlich aus. Es ist aufgeteilt in das noch leere Dashboard, das CMS, einen Medienbereich und die Settings.

October CMS - Dashboard
October CMS – Dashboard

Den meines Erachtens besten Überblick über die Möglichkeiten von October CMS findest du in den Videos von Samuel George.
Das erste Video ist bereits zwei Jahre alt, aber immer noch eine gute Grundlage um die Zusammenhänge zu verstehen.

Introduction to October CMS from Samuel Georges on Vimeo.

Vor vier Monaten erschien dann Builder. Es ist ein graphisches Entwicklungstool zur Erstellung von Plugins.
Auch hier steht ein Video zur Verfügung.

Fazit

October CMS versucht den Spagat zwischen dem einfachen Bau von HTML Websites und der Entwicklung von Komponenten. Nach zwei Jahren ist es ein „rundes“ Projekt, dem man durchaus eine Chance geben kann.
Die Laravel Basis macht es interessant auch für größere Entwicklungen.

Links


tl;dr: Das Open Source Content Management System October ist einen Versuch wert.